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Wein im Christentum

Wein wurde im Mittelmeerraum, der Ursprungsregion des Christentums schon früh geschätzt; er galt als Ausweis einer kultivierten Lebensführung. Gleichzeitig war er beargwöhnt wegen seiner Wirkung im Übermass. Bis heute nimmt er im täglichen Leben als Zeichen der Gastlichkeit seinen Platz ein. Mit dem Selbstopfer Jesu, dessen Leib und Blut durch Brot und Wein symbolisiert werden, erhielt Wein eine sakrale Bedeutung.
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© Bibliothèque nationale de France / Französischer Meister, Noah als Weinbauer und Noahs Trunkenheit, Miniatur, 1463, Bibliothèque nationale de France, Paris

Wein in der Antike

Der Ursprung des Weins ist noch immer nicht endgültig geklärt: Vielleicht kommt er aus Armenien, der Region zwischen Schwarzem und dem Kaspischem Meer. Es finden sich allerdings auch Quellen für seinen Anbau im 3. Jahrtausend v.u.Z. in Ägypten. Die Bibel beschreibt die Weinrebe als erste Pflanze, die Noah nach der Sintflut kultivierte. Der Mittelmeerraum und der Nahe Osten, in dem die Wurzeln des Christentums liegen, sind für den Weinbau gut geeignet. Die Arbeit im Weinberg setzt Geduld, Zeit, permanente Pflege und besonderes Wissen voraus. Der Wein entwickelte sich zum Zeichen für Kultur und steht für Frieden und Wohlstand. Über die Massen getrunken wird Wein allerdings gefährlich – auch für die soziale Ordnung. Nach der Bibel führt zu viel Wein zu Faulheit, Schwächung der Lebensgeister und ist Ursache für Grenzüberschreitungen und Ausschweifungen. Die Griechen kannten den Weinkonsum als sozialen Brauch mit festen Regeln: Wein wurde mit Wasser verschnitten und nur in Gemeinschaft getrunken. Sie hielten alle, die unverdünnten Wein tranken und sich berauschten für ‚Barbaren‘.

Eine christliche Tradition

In der Bibel finden sich zahlreiche Bilder zum Thema Wein. Als eines der bekanntesten Wunder gilt die Geschichte der Hochzeit zu Kana, bei der Jesus Wasser in Wein verwandelte. Eine sakrale Bedeutung erhält Wein jedoch im Neuen Testament durch das Letzte Abendmahl, als Christus den Wein zu seinem Blut erklärte. Zusammen mit dem Brot wird Wein zum Versprechen der Wiederauferstehung. Seitdem nimmt er einen wichtigen Platz in der christlichen Kultur und Liturgie ein. Er bleibt aber auch mit irdischen Speisen verbunden. Denn Wein ist eng mit geselligem Leben verknüpft. Ein Festessen verläuft - ganz wie das Letzte Abendmahl - selten ohne Wein, wobei sich zu betrinken heute ebenso verpönt ist wie in der Antike.

Ein anderer Gott des Weins

Die antike Mythologie misst – ebenso wie später das Christentum - Wein eine grosse Bedeutung zu. Dionysos (römisch: Bacchus) ist der griechische Gott des Weins, der die Menschen die Kunst der Weinherstellung lehrte. Er steht für Erneuerung, da die Weinrebe in jedem Jahr von neuem austreibt. Oft wird er in fröhlicher Gesellschaft dargestellt. Er ist jedoch ein Gott mit zwei Gesichtern, der auch eine finstere Seite besitzt. Eine der Legenden aus seinem Leben weist eine Parallele zum Opfer Jesu und die Eucharistie auf: Die Geschichte erzählt, wie Dionysos geopfert, verschlungen und schliesslich wiedergeboren wird.