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Wassermelone

Die ursprünglich aus Afrika stammende Wassermelone hat sich dank der leicht transportablen Samen, des Geschmacks und der durststillenden Eigenschaft weltweit verbreitet. Die auf Temperaturschwankungen empfindlich reagierende Frucht wird heute an windgeschützten Stellen intensiv angebaut. Japaner schätzen sie auch für ihre Gestaltbarkeit: Die zu Würfeln, Pyramiden oder Kugeln geformte Wassermelone ist ein dekoratives Luxusprodukt.
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© Shutterstock / SOMMAI
 

Die reiselustige Wassermelone - von Afrika zu neuen Ufern

Seit der Antike war die Wassermelone in verschiedenen Regionen Afrikas heimisch, vor allem die Ägypter bauten sie im Niltal an. Dank der leicht transportablen Samen verbreitete sich der Wassermelonenanbau von Mesopotamien über Indien bis in den Fernen Osten.

Zur selben Zeit beschränkte sich in Europa der Wassermelonenkonsum auf den Mittelmeerraum, da dort das Klima für den sich entlang der Küsten erstreckenden Anbau günstig war. Im 15. und 16. Jh. übernahmen die Briten das Interesse und exportierten sie von Madagaskar nach Mitteleuropa sowie in ihre amerikanischen Kolonien.

Heute ist die Wassermelone eine der meistverzehrten Saisonfrüchte der Welt. Da ihr Fruchtfleisch zu weit über 90% aus Wasser besteht, besitzt sie gute durststillende Eigenschaften und gilt als typische Sommerfrucht.

Wassermelonenanbau

Die Wassermelone wächst zwar im Freiland, aber der Intensivanbau benötigt windgeschützte Standorte (d. h. im Gewächshaus oder Tunnel). Nur so können die Samen im Winter ausgesät, die Früchte von April bis Juli geerntet werden. Um eine geschmacksintensive Frucht mit hohem Nährstoffgehalt zu kultivieren, braucht es zudem konstante Temperaturen während des Pflanzenwachstums.

Der Wassermelonenanbau gliedert sich in fünf Schritte: Aussaat, Austrieb, Wachstum, Früchtebildung und Ernte. Dazwischen bedürfen die Jungpflanzen regelmässiger Pflege und Bewässerung. Nach der Aussaat bilden die Samen Wurzeln, mit denen die Pflanze nach Nährstoffen sucht, von denen sie grosse Mengen benötigt. Der Stängel wächst und setzt Knospen und Blätter an. Für gute Fruchtbildung werden beim weiteren Austrieb manche Knospen mit der Hand entfernt. Damit die Pflanze nicht überwuchert, muss sie geschnitten werden. Ein paar Monate nach der Aussaat trägt sie die ersten Früchte, die bereits zu diesem Zeitpunkt eine Kugelform aufweisen. Nach der Reife werden sie mit der Hand geerntet, in Transportkisten gelegt und in Lager transportiert: nach dem Wiegen und Putzen überdauern sie dort bis zum Verkauf.

Jupiter, Reina, Sugar Baby: die verschiedenen Sorten von Wassermelonen

Es gibt zahlreiche zum Verzehr geeignete Wassermelonensorten: die Torinos, die Mini-Wassermelonen, die kernlosen Wassermelonen (Jupiter, Reina oder Negra) oder die Wassermelonen mit rotem Fruchtfleisch (Crimson Sweet oder Charleston Gray). Die weit verbreitete Sorte Sugar Baby wird am meisten konsumiert. Ihr Stängel, um den sich mehrere Verzweigungen ungleichmässig wachsender Blätter ranken, kann bis zu zweieinhalb Meter lang werden. Eine dicke (dunkelgrüne, hellgrüne oder geäderte grüne) Haut vorausgesetzt, bildet die Frucht beim Wildwuchs eine kugelige, beim Anbau hingegen eine ovale Form aus.

Die Wassermelone muss gleich nach der Ernte verzehrt werden. Nur selten wird sie weiterverarbeitet – für Säfte und Konfitüre. Ihr Extrakt verleiht Eis, Joghurt und Getränken Aroma.

Die „wässrige Melone“ und die würfelförmige Wassermelone

Ursprünglich entstand der englische Begriff watermelon (wörtlich „wässrige Melone“) aus einem Missverständnis zwischen den britischen Forschungsreisenden und den Einheimischen Madagaskars, die ihnen die Frucht als eine Melone mit erfrischender „wasserartiger“ Wirkung anboten.

In Asien steckt man Wassermelonenjungfrüchte in eine Form, um sie besonders zu gestalten. Auch wenn die Form Transport und Lagerung der Frucht erleichtert, verhindert das oftmals kubische Format die volle Reifung sowie Ausbildung von Geschmacks und Nährstoffqualität. Daher sehen die Japaner in der würfel-, pyramiden- oder kugelförmigen Wassermelone aufgrund ihres hohen Preises ein Luxusprodukt oder eine reine Dekorationsfrucht.