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Brot im Christentum

Die erste landwirtschaftliche Kultur entwickelte sich im Nahen Osten im sog. Fruchtbaren Halbmond; und Brotgetreide wurde ihr überlebenswichtiges Grundnahrungsmittel. Brot besass für die frühen sesshaften Gesellschaften einen hohen Stellenwert. Dem Christentum erwächst in ihm eines seiner wichtigsten Symbole. Brot steht für das göttliche Geschenk, für Grossmut, Bereitschaft zum Teilen. Handlungen und Redewendungen des täglichen Lebens erinnern an den sakralen Charakter des Brots.
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CC / René Neymann - Ungesäuertes Brot, hebräisch matzá (Matze, Mazze) genannt

Brot des Lebens

Allen auf Getreideanbau basierenden Kulturen, besonders im Nahen Osten, der Wiege der Landwirtschaft, war Brot Grundnahrungsmittel und symbolisierte zugleich das Leben. Im Alten Ägypten wurde Osiris als Totengott, aber auch als Gott der Fruchtbarkeit und der Erneuerung verehrt. Er hatte die Menschen gelehrt, Weizen anzubauen, Mehl zu mahlen und Brot zu machen. Auch die Griechen hielten das Brot in hohen Ehren: Es war - wie der Wein und das Öl - ein „Kulturprodukt“. In der Bibel lesen wir, dass Gott Adam und Eva aus dem Paradies vertreiben liess und Adam dazu verurteilte, sein Brot künftig „im Schweiss seines Angesichts“ zu essen (Genesis 3, 18-19). Im übertragenen Sinne bedeutet dies, dass der Mensch für seinen Lebensunterhalt vom Sammeln zur Landwirtschaft übergeht. Dafür muss er hart arbeiten, Können und Techniken entwickeln, die zum Brot als vollendetem Produkt führen.

Die Gestalten der Bibel ernähren sich - ebenso wie die Bewohner des Nahen Ostens und des Mittelmeerraums - von Brot in verschiedenen Sorten. Aus Weizen, Gerste, Dinkel oder Hirse gebacken, kann Brot mit Öl oder Gewürzen verfeinert werden. Neben schlichten runden oder flachen Broten finden sich auch dünne Fladenbrote und Kuchen mit Rosinen oder Honig. Das ungesäuerte Brot, die Matze, ist „das Brot der Eile“; die Israeliten nahmen es bei ihrer Flucht aus der ägyptischen Gefangenschaft mit. Auch Nomaden essen ungesäuertes Brot, weil es schneller zubereitet werden kann. Gesäuertes Brot, das Chametz, herzustellen, bleibt hingegen den sesshaften Völkern vorbehalten: denn es braucht Zeit und Geduld für den Sauerteig. Ganz allgemein gilt: Brot ist schlechthin ein lebensnotwendiges Nahrungsmittel, das oft als Bild für Ernährung im Gesamten steht.

Brot als Sinnbild

Brot gilt als eines der bedeutendsten christlichen Symbole. Es fand Eingang ins christliche Grundgebet, das Vaterunser. „Unser tägliches Brot gib uns heute“ ist eine Bitte um leibliche wie geistige Nahrung. Brot kann auch ein Gottesgeschenk sein: Etwa wenn Moses sein Volk in der Wüste mit Nahrung, die vom Himmel fällt, speist oder beim Letzten Abendmahl, als Jesus das Brot zum Symbol für seinen Leib macht. Brot wird aber auch zum Sinnbild des Teilens, wenn Jesus die Anzahl der Brote vervielfacht, um die Menge zu ernähren. Es steht hier aber auch für das Wort Gottes, das die Menschen (geistig) nährt.

Das tägliche Brot

Der sakrale Charakter des Brotes enthüllt sich in bestimmten alltäglichen Handlungen. Noch vor gar nicht langer Zeit schlug man vor dem Brechen das Kreuzzeichen über das Brot als Dank an Gott vor dem Essen. Im Gegensatz zu anderen Lebensmitteln wurde Brot nicht weggeworfen. Im Mittelalter wurden Lebensmittel, die man sich zu zweit teilte, auf ein Brett oder eine Brotscheibe gelegt. Heute heisst man in Mitteleuropa Neuankömmlinge mit Brot und Salz willkommen.

Ezechiels Brotrezept

Der alttestamentarische Prophet Ezechiel, der im 6. Jh. v.u.Z. lebte, überlieferte in seinen Schriften Angaben zur Brotzubereitung. Seine Zutaten sind zumindest nahrhaft: „Nimm Weizen, Gerste, Saubohnen, Linsen, Hirse und Hartweizen. Mische alles in einem Gefäss, um Brot zu machen.“ (Ezechiel, 4,9)