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Verpackung

Verpackung bietet auf verschiedene Weise Schutz. Die Ursprungsidee war, Nahrungsmittel vor natürlichen äusseren Einflüssen zu schützen, damit sie weniger schnell verderben. Mit der Entwicklung der Warengesellschaft dient die Verpackung zunehmend dazu, die verpackte Ware mitnehmfertig zu machen. Die Industrialisierung und Mechanisierung der Nahrungsmittelproduktion im 19.Jh. beschleunigten Entwicklung und Herstellung von Verpackungen. Im 20.Jh. treten zu den herkömmlichen natürlichen Materialien wie Holz, Weissblech, Aluminium neue Materialien wie PVC und PET.
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© Shutterstock / Lydia Vero - Frischhaltefolie

Verpackung und ihr Material - von den Anfängen bis zur Gegenwart

Die Verpackung entsteht aus dem Bedürfnis, Nahrungsmittel effizienter zu nutzen. Die ersten geschichtlichen „Verpackungen“ waren natürlichen Ursprungs - Blätter oder Flaschenkürbisse. Wie die seit der Antike üblichen Silos und Speicher dienen sie dazu, die darin bewahrten Nahrungsmittel für den späteren Verzehr geschützt aufzubewahren. Keramiktopf und Amphore tauchen vor etwa 7000 Jahren auf und machen das Silo transportabel. Seit der Herausbildung der Warengesellschaft soll die Verpackung nicht nur Waren konservieren, sondern sie auch auf weiten Transportwegen, oft über Klimazonen hinweg schützen.

Im Lauf der Jahrhunderte dienten verschiedene Materialien dem Schutz kostbaren Inhalts: Holz mit dem in Gallien erfundenen Fass, oder Glas in verschiedenen Formen, dessen Handel in Venedig ab dem 16. Jh. aufblühte. Nicolas Appert machte dies mit verschliessbaren Glasgefässen zu seinem bevorzugten Material. Der deutsch-französische Zuckerbäcker und Erfinder entwickelte ab 1796 die Appert‘sche Konservierung, ein Verfahren, bei dem erstmals Nahrungsmittel nach Erhitzen unter Luftabschluss konserviert wurden, was auch den Geschmack bewahrte. Damit erfand er die Haltbarmachung von Lebensmitteln.

Auf der Basis dieser Methode erfand 1810 Peter Durand in England die Konservendose aus Weissblech. Dort entwickelte sich, unterstützt durch ein Importverbot von Weissblech ab dem 17. Jh., eine qualitativ hochstehende, landeseigene Industrie, so dass England im 19. Jh. das Monopol auf dieses Material besass. Die hermetisch verschliessbare Konservendose aus Weissblech mit ihrem Vorteil besserer mechanischer und chemischer Beständigkeit bewahrt die Qualität des Inhalts und vereinfacht, leichter als Glas sowie unzerbrechlich, den Transport. So können verderbliche Waren unter Konservierung von Geschmack und Aroma weltweit verschickt werden. Vom Milchpulver für Säuglinge bis zur Militärration in Kriegszeiten: Die „Konserve“ bleibt bis heute allgegenwärtig.

Im 20. Jh. kommen neue Materialien für Verpackungen auf: 1926 Aluminium für die Getränkedose, 1951 Karton und Polyethylen für den Tetra Pak von Ruben Rausing, ab Mitte der 1950er Jahre Kunststoff mit Frischhaltefolie aus Polyvinylchlorid (PVC). Seine Durchlässigkeit für Gas macht PVC ungeeignet für kohlensäurehaltige Getränke, für die bis zur Entwicklung des Polyethylenterephthalat (PET) Glasflaschen verwendet werden. Das erstmals im Koreakrieg für den Transport von Blutplasma verwendete PET wird 1974 von Pepsi in die Nahrungsmittelindustrie eingeführt.

Was unterscheidet Umverpackung und Verpackung?

Seit der Einführung der Selbstbedienung im 20. Jh. unterscheidet man die Umverpackung von der Verpackung. Beide passen ineinander wie russische Matrjoschkas (Puppen in der Puppe). Die innere Warenverpackung en detail schützt und konserviert ihren Inhalt, trägt alle vorgeschriebenen Beschriftungen wie Inhaltsangabe, Inhaltsstoffe, Produktions- und Verfallsdatum, Gebrauchsanweisung usw. Die Umverpackung umschliesst en gros eine bestimmte Untermenge an Einzelverpackungen zur Rationalisierung von Verteilung, Transport und Lagerung.

Die PET-Flasche, ein Erfolg

Die industrielle Produktion von PET-Flaschen betrug am Ende des 20. Jhs. 30 000 Einheiten pro Stunde. Der europäische Verbrauch lag 1993 bei 10 Milliarden Getränkeflaschen. Derzeit werden in der Schweiz pro Jahr 1,5 Milliarden Flaschen in Umlauf gebracht, von denen laut Bundesamt für Umwelt 2011 insgesamt 80 % wiederverwertet wurden.