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Tee im Vereinigten Königreich

Tee erlebte in Grossbritannien einen beispiellosen Erfolg und drang rasch in alle Gesellschaftsschichten vor. Als leidenschaftliche Teeliebhaber passten die Briten die verschiedenen Teesorten dem Geschmackssinn der Tageszeiten an. Und sie entwickelten eine Tradition, die aus England nicht mehr wegzudenken ist: den Nachmittagstee.

Ein schwieriger Anfang

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Alexander Mark Rossi, Nachmittagstee, 1878
© Getty Images / Fine Art Photographic / Alexander M. Rossi                                              

Als Tee nach Grossbritannien gelangte, war Kaffee schon seit langem verbreitet und hatte dank der Coffee Houses beträchtlichen Erfolg. Da die Männer regelmässig die Abende in diesen Lokalen verbrachten, machten die Ehefrauen schliesslich den Kaffee für deren Unfruchtbarkeit verantwortlich. Zu Beginn des 18.Jhs. hatte der Tee jedoch den Kaffee in der Beliebtheit verdrängt. Die teeimportierende Ostindien-Kompanie hatte beträchtliche Werbekampagnen unternommen, und der Teepreis war gesunken. Das neue Getränk rief eine wahre Leidenschaft hervor und setzte sich überall durch - in der Stadt, auf dem Land sowie in allen Gesellschaftsschichten.

Ein Lebensstil

Lange Zeit prägte regelmässig wiederkehrender Teekonsum den Tagesablauf: schon beim Aufstehen, dann als Begleiter zu Spiegeleiern mit Speck oder zu geräuchertem Fisch beim Mittagessen und so weiter. Demnach tranken die Briten fünf bis sechs Tassen Tee pro Tag. Täglicher Höhepunkt war jedoch der Nachmittagstee, der sich um 1840 in den mondänen Kreisen etablierte und in schlichterer Form dann allseits übernommen wurde. Er bildet den Anlass für Beisammensein und Geselligkeit unter Freunden oder in der Familie. Zum Tee werden Süssigkeiten oder auch salzige Snacks gereicht. Silberbesteck, Teekanne, Porzellanservice aus China oder Tischdeckchen mit Spitze – immer ist das Dekor raffiniert. Allerdings leidet dieser Brauch heute unter der Hektik des modernen Lebens. Er wird noch gepflegt, aber eher in der Oberschicht.

Ein Tee für jede Lebenslage

Für ausgewiesene Kenner – und dazu zählen die Briten - muss der Teegeschmack den einzelnen Tageszeiten angepasst werden. So beginnt der Tag mit dem Early Morning Tea oder Breakfast Tea, wofür Assam- oder Ceylontee gewählt wird. Je später der Tag, desto leichter und subtiler soll der Tee sein. Für den Nachmittagstee gelten Frühlings-Darjeeling (eher leicht) oder Jasmin-Tee als passend. Abends wird Tee mit schwachem Teeingehalt wie Oolong, ein halbfermentierter, milderer Tee, getrunken. Es wird ausserdem empfohlen, für jede Teesorte eine eigene Teekanne zu verwenden.