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Tee in den Maghrebstaaten

Die Maghrebinische Teekultur ist relativ jung. Heute lässt sich die Region ohne dieses Getränk, das eng mit dem sozialen Leben verbunden ist, kaum vorstellen. Seine Zubereitung erfolgt nach einem festgelegten Brauch.

Tee und Gastlichkeit

Tee tauchte erst im 19.Jh. im Maghreb (Marokko, Algerien, Tunesien) auf. Die gesamte Bevölkerung, vor allem in Marokko, wandte sich bald dem Getränk zu. Überall wird Tee als Zeichen der Gastfreundschaft angeboten. Er dient als Anlass für geselliges Beisammensein und gehört zu jeder Geschäftsbesprechung. Zubereitet wird er aus chinesischen grünen Teeblättern, die in Kügelchen-Form gerollt sind - dem intensiv duftenden Gunpowder („Schiesspulver“).

Ein Zubereitungsritual

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Servieren von Tee, bei Marrakesch, Marokko, 1999
© Getty Images / LightRocket / Wolfgang Kaehler           

Traditionsgemäss bereiten die Männer, das Familienoberhaupt oder der Sohn, den Tee zu. Jeder Handgriff ist dabei wichtig. Sie geben den Tee in eine (mit heissem Wasser vorgewärmte) Teekanne aus Metall, geben etwas kochendes Wasser hinzu, das sie sofort wieder abgiessen, um den bitteren Geschmack auszuwaschen. Zur Aromatisierung fügen sie eine Handvoll frischer, von Hand zerriebener Minze und Zucker hinzu. Anschliessend füllen sie die Kanne mit kochendem Wasser und lassen den Tee fünf bis sechs Minuten lang ziehen. Erst dann wird er – wiederum nach einem förmlichen Zeremoniell - heiss serviert: Der Tee wird aus grosser Höhe eingeschenkt, die Kanne dabei regelmässig gesenkt und angehoben, damit er sich mit Sauerstoff anreichert und Schaum entsteht.

Der Tee kommt in kleinen, verzierten Gläsern auf den Tisch, die speziell für diesen Zweck gemacht sind. Man kann geröstete Pinienkerne hinzugeben und feines Gebäck dazu servieren.

Ein Tee in der Sahara

Grüner Tee ist in den Wüstenzelten allgegenwärtig und wird gern als Zeichen der Gastfreundschaft angeboten. Es ist üblich, immer drei Gläser zu trinken. Der erste Aufguss ist leicht, er symbolisiert die Süsse des Lebens. Der zweite, stärkere spielt auf die Liebe an. Und der dritte, bittere, erinnert an den Tod.