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Granatapfel – die Wunderfrucht

Sein botanischer Name Punica granatum zeigt die Herkunft des Granatapfels aus dem römischen Punien (Tunesien) an. Bereits in der Antike war seine Heilwirkung bekannt. In symbolischen Vorstellungen wird die schmackhafte Frucht vielfach in Dienst genommen – sei es wegen der Schönheit ihrer Gestalt oder ob der vielen Samenkerne als Fruchtbarkeitssymbol. Als Reichsapfel steht sie für weltliche Macht, theologisch für Kirche und Priestertum.
ST032-03 La Vierge la grenade vers 1487 Galleria degli Uffizi Florence
Domaine Public / Wikimedia - Sandro Botticelli, Madonna mit dem Granatapfel, um 1487, Galleria degli Uffizi, Florenz

Der Granatapfel hat vielfältige kulturell-religiöse Bedeutung, ist wegen der vielen Samenkerne Symbol für Leben und Fruchtbarkeit, aber auch für Macht (Reichsapfel), Blut und Tod. Schon in der griechischen und persischen Mythologie finden wir den Granatapfel als Symbol für Fruchtbarkeit, Schönheit und ewiges Leben. Der griechischen Mythologie galt er als Symbol der Fruchtbarkeit; er wurde den Göttinnen Demeter, Persephone, Aphrodite und Athene zugeordnet. Die Bibel nennt ihn nur im Alten Testament. In stilisierter Form ziert die Frucht den Saum jüdischer Priestergewänder (Ex 28,33f; 39,24-26), ist der Granatapfel doch eine Metapher für den Reichtum des verheissenen Landes Israel (Deut 8,8); im Hohen Lied wird der Anschnitt des Granatapfels mit der Wange der Sulamith verglichen (Cant 4,3).

In christlicher Symbolik (Hieronymus) steht die Frucht wegen ihrer zahlreichen Fruchtkerne für die Kirche, ihre Einheit im Glauben und als Gemeinschaft der Gläubigen; in dieser Bedeutung erscheint der Granatapfel in Mariendarstellungen als Verweis auf den Marientitel „Mutter der Kirche“.

Die Frucht spielt eine wichtige Rolle in der jüdischen Religion als Symbol der Rechtschaffenheit, da ihre (angenommenen) 613 Samenkörner den 613 Geboten der Torah entsprechen. So essen die Juden an Rosch Haschana (Jüdisches Neujahr) Kern um Kern, um so viele Wünsche wie möglich sich erfüllen lassen.

Im Buddhismus gilt der Granatapfel als eine von drei gesegneten Früchten – gemeinsam mit Pfirsich und Zitrone.

Dreimal erwähnt der Koran den Granatapfel (6:99, 6:141 und 55:68). Er steht beispielhaft für die von Gott geschaffenen guten Dinge, beschreibt die irdischen, aber auch die Paradiesesfrüchte, wird daher auch Paradiesapfel genannt.

Das Mittelalter nahm ihn als Reichsapfel zum Symbol der Herrschertugend; wohl ein Relikt altgermanischer Vorstellungen. Von Albrecht Dürer gibt es zwei Bildnisse Kaiser Maximilians I. mit dem Granatapfel in der Hand als Vertreter des Reichsapfels. Seit damals – und bis heute - gilt der Granatapfel als Aphrodisiakum und ist Bestandteil vieler Liebestränke.

Schon die frühen Perser erkannten die vorteilhafte Wirkung von Granatäpfeln. Die verschiedenen Sorten und deren medizinische Eigenschaften beschrieben Theophrast und Plinius. Aussehen und Heilwirkungen wurden in den spätmittelalterlichen Pflanzenbüchern aufgezählt. Wissenschaftlich belegt ist, dass der Granatapfel Antioxidantien, grössere Mengen Flavonoide wie Anthocyane und Quercetin, Polyphenole v.a. Ellagitannine wie Punicalagin sowie Phenolsäuren wie Ellagsäure und Gallussäure mit wichtigen Funktionen für die Zellregulation enthält. Er enthält Kalium und unter weiterem Vitamin A, C, E, Kalzium, Eisen.

Durch Kochen der Frucht erhält man eine pechschwarze Tinte. Schale und Saft des Granatapfels sind seit Jahrhunderten Farbstoff für Orientteppiche.

Der Name der spanischen Stadt Granada wird auf den Granatapfel zurückgeführt, den sie seit der Übernahme durch die christlichen Herrscher im Wappen führt. Ein Granatapfel mit Kreuz ist Attribut des hl. Johannes von Gott aus Granada, der dort 1539 ein Spital gründete, aus dem der Orden der Barmherzigen Brüder hervorging, dessen Zeichen der Granatapfel ist.

Der Granatapfel (Punica granatum) zählt zu den Lythaceae (Weiderichgewächse). Sein botanischer Name Punica leitet sich von lateinisch punicus (punisch) ab; er weist auf die Herkunft aus der römischen Provinz Punien (Tunesien) hin, von wo die Römer Granatäpfel importierten. Der Artname granatum (lateinisch granum – Korn) deutet auf die zahlreichen Fruchtkerne hin. Er ist in West- bis Mittelasien verbreitet, wird aber seit der Antike auch im Nahen Osten und im Mittelmeerraum angebaut – der Iran ist grösster Granatapfelproduzent und -exporteur weltweit.

Der Granatapfel (deutsch: „Apfel mit Körnern“) ist ein sommergrüner Baum oder Strauch mit lanzettförmigen Blättern. Er wird bis zu 5 m hoch und bis zu 200 Jahre alt. Er blüht im Frühjahr und Sommer korallenrot. Die schmackhaften rotbraunen Früchte mit 5 bis 12 cm Durchmesser haben apfelähnliche Form, die in eine aus Kelchblättern gebildete Krone ausläuft. Sie gelten als Beere, da das Fruchtfleisch nicht fleischig ist, aber nicht verholzt. Die harte Schale umschliesst Kammern mit kantigen Einzelsamen. Die Früchte finden in der Küche Verwendung. Granatäpfel werden entweder frisch gegessen oder als Most getrunken. 

Der Granatapfel findet sich in vielen Kulturen als Schmuck- und Dekormotiv. Vom Orient verbreitete es sich auf kostbaren Stoffen und Teppichen über Italien in ganz Europa. Auf Musterblättern ist der Granatapfel seit dem 15. Jh. nachweisbar. Bis ins 20. Jh, gehörte im deutschen Bürgertum ein Porzellanservice mit Zwiebelmuster zur Heiratsaussteuer. Wenig bekannt ist, dass das im 18. Jh. in Meissen entwickelte Dekor nicht Zwiebeln, sondern Granatäpfel und Pfirsiche meint – es müsste Granatapfelmuster heissen.

Auch die Granate ist nach Granatäpfeln benannt. Wegen ihres Kernreichtums hiess sie mittellateinisch „malum granatum“, und so bezeichnete man die mit Pulverkörnern gefüllte Wurfkugel als Granate. Deutsche Soldaten übernahmen das Wort um 1600 aus dem Italienischen (granata), während des Dreissigjährigen Krieges floss es in den allgemeinen Wortschatz ein. Ursprünglich meinten Granaten handgeworfene Wurfkörper, später ging der Name auch auf Maschinengeschosse über.