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Essen und Weissagung - das Halloween-Fest

Die Kelten feierten am 31. Oktober Samhain, ein Fest, das das Ende der Ernte und des Jahres feierte - eine Zwischenzeit, in der sich Lebende und Tote begegneten. Im Mittelalter machte sich der katholische Kirchenkalender heidnische Feste zu eigen: Aus Samhain wurde Halloween; doch blieben die keltischen Praktiken zur Zukunftsdeutung in humorvoller Form erhalten.
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©Getty Images / KidStock - Kinder bitten um Süssigkeiten an Halloween

Die Ursprünge von Halloween

Die Wurzeln des Halloween-Fests liegen im keltischen Heidentum. Das keltische Kalenderjahr war in zwei grosse Phasen unterteilt: Winter und Sommer. Samhain bedeutete das Ende des Sommers und wurde am 31. Oktober begangen, dem Vortag des ersten Tages des neuen Jahres. Es feierte das Ende der Ernte und den Wechsel zwischen den beiden Jahreszeiten. Die Kelten glaubten, dass in dieser Nacht die Seelen der während des Jahres Verstorbenen ins Jenseits reisten, und dass böse Geister aus ihren Verstecken hervorkämen, um die Lebenden zu stören. Dieser Tag eignete sich zur Wahrsagung: Die Druiden sagten die Zukunft voraus, man entzündete Freudenfeuer und hüllte sich in Tierfelle.

Zur Zeit des Römischen Reiches fand Samhain drei Entsprechungen. Die erste, Feralia, gedachte der Toten. Die zweite, Pomona, ehrte die Göttin der Baumfrüchte. Und die dritte, Lemuria, war der Tag der Geistervertreibung aus dem Haus.

Später nahmen christliche Feste Traditionen der heidnischen Völker an, um deren Christianisierung zu erleichtern. So entwickelte sich in den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung mit der Bekehrung der Kelten zum Christentum aus Samhain das Fest Halloween. Der erste Tag des keltischen Jahres wird zu Allerheiligen (All Hallows’ Day im Englischen) und Samhain wird in ‚Vorabend von Allerheiligen‘ oder All Hallows‘ Eve umbenannt, woraus sich schliesslich Halloween entwickelte.

Halloween wurde vor allem in der Bretagne und auf den britischen Inseln gefeiert und verbreitete sich erst in der zweiten Hälfte des 19. Jhs. in den USA. Irische Einwanderer, die vor der Grossen Hungersnot von 1846 geflohen waren, brachten es als Brauch mit. In nur einem knappen Jahrhundert wurde Halloween eines der populärsten amerikanischen Feste und liegt, zumindest hinsichtlich der Ausgaben, gleich hinter Weihnachten und Ostern: Im Jahr 2015 wurden 6,9 Milliarden US-Dollar, davon 2,1 Milliarden für Süssigkeiten, ausgegeben.

Essen und Weissagung: Liebesäpfel und Kartoffeln

Die Praktiken der Kelten zur Zukunftsdeutung überdauerten, vor allem in den angelsächsischen Ländern, im Fest Halloween in humorvoller Form.

In Wales ist das traditionelle Festessen stwmp naw rhyw ein ‚Püree auf neun Arten‘: Kartoffeln, Karotten, Rüben, Erbsen, Pastinaken, Lauch, Salz, Pfeffer und frische Milch. Im Essen wird ein Ring versteckt; wer ihn findet, wird als erster am Tisch heiraten.

Das Spiel, einen in einem Wasserbehälter schwimmenden Apfel mit den Zähnen herauszuholen, Apple bobbing genannt, geht seinem Namen nach auf das Fest der römischen Göttin Pomona zurück - der Apfelbaum galt den Kelten als Baum des Jenseitigen. Damals wurden dem Sieger im Wettbewerb Elternfreuden vorhergesagt. Heute ist das Spiel auf den britischen Inseln am Abend des 31. Oktober ein Zeitvertreib für Kinder.

Früher mussten die jungen schottischen Mädchen, um im Traum ihren zukünftigen Ehemann zu sehen, einen Salzhering mit drei Bissen hinunterschlingen, während die Irinnen den ersten und letzten Löffel Colcannon (Püree aus Kartoffeln, Kohl, Zwiebeln und Butter) mit sieben Efeublättern unter das Kopfkissen legten.

Der Spruch „Süsses, sonst gibt‘s Saures“ (trick or treat), den die Kinder heute aufsagen, geht auf frühchristliche Zeit zurück. Damals legte man Nahrung auf die Türschwelle, damit die gequälten Seelen ihren Weg gesättigt fortsetzen konnten. Der Verkleidungsbrauch geht auf die irische Vorstellung zurück, das Gesicht zu verbergen und die Kleidung auf links zu wenden, wenn man das Haus verliess, um von den Geistern unerkannt zu bleiben, die in dieser Nacht die Welt bevölkern.

Der Kürbis

In Irland dienten ausgehöhlte Steckrüben mit ausgeschnittenen Gesichtsöffnungen als Laternen für Halloween. In den USA trat an die Stelle der Steckrübe der Kürbis.