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Die Geschichte des Ackerbaus

Landwirtschaft geht einher mit der Sesshaftigkeit des Menschen und entwickelt sich parallel zu gesellschaftlichen und technischen Neuerungen. Seit der Antike werden grosse Anbauflächen üblich. Im Mittelalter führt landwirtschaftlicher Wandel zu Wachstum von Bevölkerung, Wirtschaft und Städten. Anbau ohne Brache gibt es erst ab dem 16. Jh. Wissenschaftliche Neuerungen wie Kunstdünger oder Mechanisierung verbessern im 19. Jh. den Ertrag. Regional bilden sich spezifische Anbaumethoden heraus.
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© akg-images / IAM - Ein Mähbinder schneidet das Getreide und bindet es zu Garben, Stich von Walter A. Woods aus The Country Gentleman’s Magazine, London 1877 

Landwirtschaftlicher Wandel seit dem Neolithikum

Ackerbau, so genannt wegen der notwendigen landwirtschaftlichen Flächen und der Produktionsart, wurde erstmals vor etwa 11 000 Jahren betrieben. Ende des Paläolithikums entwickelt sich der Mensch vom Sammler zum Ackerbauer; Anbau domestizierter Getreidesorten und Sesshaftwerdung der nomadischen Bevölkerungen bedingen einander. Weizen, Mais und Reis entwickeln sich zunächst in der Nähe menschlicher Siedlungen. Während lange Zeit der Mittlere Osten als Ursprung dieses Anbauwandels galt, entdeckten Forscher erste, zeitgleich existierende landwirtschaftliche Zentren an verschiedenen Orten in der Welt.

Über die Zeit wurden die Anbauflächen grösser; Werkzeuggebrauch half den ersten Bauern grössere Ressourcen zu bewältigen und erste Dörfer zu gründen. Der daraus resultierende Bevölkerungsanstieg erforderte mehr Nahrungsmittel, die Anbauflächen vervielfachten sich und der Ackerbau entstand.

Seit der Antike dehnte sich die Landwirtschaft immer weiter aus. Verbesserte Bewässerungssysteme ermöglichten die Produktion zu unterschiedlichen Jahreszeiten; Getreide wurde zur Nahrungsgrundlage für ganze Gesellschaften, ja Zivilisationen. Weizen verbreitete sich in Europa, Reis in Asien, Sorghumhirse in Afrika und der Kartoffel- und Quinoaanbau in den Andenregionen.

Im Mittelalter bearbeiteten europäische Bauern die Erde am effizientesten, vor allem durch Pflug- und Hakenpflugeinsatz für ein optimales Wenden des Bodens. Sie bearbeiteten ausgedehntere Felder und bauten sie jedes Jahr nach dem Prinzip der Dreifelderwirtschaft an. Landwirtschaftliche Neuerungen des Mittelalters spielten eine zentrale Rolle bei Bevölkerungswachstum, Wirtschaftsentwicklung und Ausbreitung der Städte. Hungersnöte und andere Ernährungskrisen des 15. und 16. Jhs bremsten jedoch die weitere Ausweitung des Ackerbaus.

Ende des 16. Jhs veränderte sich der Ackerbau wiederum grundlegend: die schrittweise Einführung der Fruchtwechselwirtschaft ohne Brache beschleunigte die Nahrungsmittelproduktion. Die neue Methode ermöglichte sowohl Heu- wie Getreideproduktion. Und Zuchtwahl der fruchtbarsten Sorten steigerte den Ernteertrag zusätzlich.

Die industrielle Revolution im 19. Jh. führte aufgrund technischer Verbesserungen zum Aufschwung des Ackerbaus: Dampfmaschine, später Verbrennungsmotor, Kunstdünger und Pestizide kamen zum Einsatz. Landwirte, die zum Verkauf produzierten, spezialisierten sich. Jede Region verfügte damals über die gesamte Bandbreite des Ackerbaus: unter anderem Getreide, Gemüse und Obst.

Heute steht der Ackerbau vor neuen Herausforderungen, die neue Methoden erfordern: Intensiv wie extensiv betriebene Landwirtschaft verändert sich in Richtung Nachhaltigkeit und Bioanbau, die die Umwelt bewahren und Anbau auch in Zukunft möglich machen wollen.