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Die Geschichte der Fischerei

In vorgeschichtlicher Zeit war Fischfang eine Lebensnotwendigkeit. Bereits in der Antike wurden Fische gehandelt. Die seit dem 15. Jh. praktizierte Hochseefischerei erfuhr durch den Einsatz von Dampfschiffen einen Aufschwung, denn leistungsstärkere Kutter zogen grössere Netze. Die Freizeitfischerei, die ab dem 18. Jh. von Wohlhabenden ausgeübt wurde, entwickelte sich zum Vergnügen für alle, als der technische Fortschritt die kostengünstige Herstellung leistungsstarken Materials ermöglichte.
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© akg-images / Hervé Champollion - Fischfang im antiken Ägypten, Wandrelief, Nekropole von Sakkara, 24. Jh. v.u.Z.

Die Geschichte der Fischfangpraxis

Homo habilis und nach ihm Homo erectus scheinen vor 500 000 Jahren die ersten Fischer gewesen zu sein. Dies legt zumindest die Auswertung der Fischüberreste nahe, die sich bei archäologischen Grabungen fanden. Der Fischfang soll sich jedoch erst vor 40 000 bis 10 000 v.u.Z. im Jungpaläolithikum entwickelt haben - also mit dem Auftreten des Homo sapiens. Von den Fangmethoden jener Zeit wissen wir wenig. Das Fischen für den Eigenbedarf beschränkte sich wohl auf ein ‚Einsammeln‘ der Fische mit der Hand oder einfachen Werkzeugen aus organischen Materialien, die sich nicht erhalten haben. Vermutlich praktizierten Menschen diese Fangweise, die an stehenden Gewässern oder Flussläufen lebten. Spiess, Netz und Angel traten fast zeitgleich erstmals in Ägypten um 3500 v.u.Z. auf. Das Fischen zum Eigenbedarf entwickelte sich in den nachfolgenden Jahrhunderten nur wenig. Einige Techniken finden sich noch heute im Angelsport als in der westlichen Welt beliebtem Freizeitvergnügen.

Im 2. Jh. verfasste der griechische Dichter Oppian von Korykos die Halieutika – das erste erhaltene Lehrgedicht über Fische und Fischfang. Die Römer assen gern Fisch und betrieben mit den Fängen aus dem gesamten Mittelmeerraum Handel. Sie fischten vor allem mit verschiedenen Netzarten. Ohne Kühlmöglichkeiten, mussten sie den nicht sofort verzehrten Fisch vergären und zu Garum, einem beliebten Gewürz, verarbeiten.

Im Mittelalter verfügten in Europa die Fürsten über die Gewässer. Der Flussfischfang war reglementiert und meist den Klostergemeinschaften vorbehalten, deren Ernährung den häufigen Fastenzeiten folgte. Seit Mitte des 11. Jhs. wurden in Klosternähe vielfach Teichanlagen angelegt, in denen Fischzucht begann.

Ab dem 15. Jh. breiteten sich Hochseefischerei und Fischhandel aus. Die Niederländer stellten Fangflotten zusammen, die lange Schleppnetze zogen und wochenlang auf See bleiben konnten. Sie wurden von den Ventjagers versorgt, Frachtschiffen, die den Fang übernahmen und zurücktransportierten.

Die ersten Trawler erschienen im 17. Jh. in Grossbritannien, doch das Schleppnetzfischen erlebte seine grosse Blüte erst im 19. Jh., als die Segel- den Dampfschiffen wichen. Grössere und leistungsfähigere Schiffe ermöglichten das Schleppnetzfischen in der Tiefsee. Der Meeresproduktehandel intensivierte sich. Die englische Kleinstadt Grimsby entwickelte sich zu einem der wichtigsten europäischen Zentren des gewerblichen Fischfangs; sie war mit dem Londoner Billingsgate-Fisch-Markt (dem zu jener Zeit weltweit grössten Fischmarkt) über eine direkte Eisenbahnlinie verbunden.

Während der Weltkriege wurden Fischkutter für das Einsammeln von Unterwasserminen umgerüstet und bewaffnet, um die Fangflotte vor feindlichen Schiffen zu schützen.

Das Freizeitfischen, besonders das Fliegenfischen, erfreute seit dem 18. Jh. zunächst die Wohlhabenden. Es verbreitete sich in dem Masse, wie der technische Fortschritt leistungsfähiges Material kostengünstig herstellen liess. Um Freizeitangler zufriedenzustellen wurden weltweit auch nichtheimische Fischarten eingeführt und in Gewässern ausgesetzt – z.B. die Forelle in Australien.

Fischen in der Arena

Zur römischen Kaiserzeit war der Fischfang Thema der Gladiatorenkämpfe. Der Retarius, mit Dreizack und Fischernetz ausgerüstet, kämpfte gegen den Secutor, dessen fischkopfartiger Helm das ganze Gesicht bedeckte.