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Was sind Essstörungen?

Ein sogenanntes gesundes Essverhalten basiert auf einem intakten Hunger- und Sättigungsgefühl. Beide funktionieren bei Essstörungen nicht mehr richtig. Solche Störungen sind eine physiologische Folge von Mangelernährung, und sind reversibel, wenn diese Mangelernährung abgestellt wird. Anorexia nervosa (Magersucht) und Bulimie – beides anerkannte Krankheiten - sind zwei Beispiele hierfür. Man schätzt, dass 9 bis 10% der erwachsenen Frauen an zwanghaft gestörtem Essverhalten leiden. 10 bis 15% der Personen mit Essstörungen sind Männer. Solche Störungen beginnen sehr häufig bereits in jugendlichem Alter.
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© Shutterstock / VGstockstudio

Was ist Bulimie?

Personen mit Bulimie erleiden Essattacken, das heisst, sie essen, ohne dies kontrollieren zu können - teilweise bis zum Erbrechen. Wie Magersüchtige leiden an Bulimie erkrankte Personen an zwanghaftem Essverhalten. Sie vermeiden gemeinsame Mahlzeiten, kapseln sich von ihrem Umfeld ab und verfügen über ein geringes Selbstwertgefühl. Nach einem Anfall empfinden sie ein Gefühl von Abscheu und Scham gegen sich selbst. In der Schweiz sind 5 bis 8% der Jugendlichen von Bulimie betroffen.

Was ist Anorexia?

Anorexia nervosa oder Magersucht ist durch eine freiwillige Essensreduktion gekennzeichnet. Dadurch magern die Betroffenen extrem ab; bei Frauen bleibt oft die Regel aus. Magersucht geht mit einer verzerrten Körperwahrnehmung und der Angst vor Gewichtszunahme einher.

Bei 40 bis 50% der an dieser Krankheit leidenden Personen handelt es sich um eine restriktive Magersuch, die darauf zielt, so wenig Kalorien wie möglich zu sich zu nehmen. Bei anderen Krankheitstypen wechseln Nahrungsverweigerung und Heisshungerattacken ab, bei denen die Betroffenen zwanghaft beeindruckende Mengen aufnehmen, sich anschliessend erbrechen oder Abführmittel einnehmen. Sie erleben dabei Phasen der Läuterung mit Erbrechen, Einnahme von Abführmitteln und/oder extremer körperlicher Betätigung. In der Schweiz sind 1 bis 2% der Jugendlichen von Magersucht betroffen.

Gründe für gestörtes Essverhalten und Therapie

Es gibt nicht die eine Ursache für Essstörungen. Im Gegenteil spielen hier viele Faktoren zusammen. Meist handelt es sich um eine Mischung aus genetischer und psychischer Veranlagung, familiären Problemen und kulturellem und sozialem Umfeld. Die Krankheit ist oft Ausdruck eines tiefer, ausserhalb der Kontrolle der Betroffenen liegenden Problems. Um den Kontrollverlust zu kompensieren, versuchen sie, ihr Gewicht zu kontrollieren.

Ein unterstützendes soziales Umfeld und eine Therapie können den Kranken bei der Heilung helfen. Entscheidend ist, die Störung so früh wie möglich festzustellen, um negative Auswirkungen auf Körper und Geist zu verhindern. Das Hauptziel bei Magersüchtigen besteht darin, sie auf ein nicht mehr lebensgefährdendes Gewicht zu bringen, wohingegen man bei Bulimie-Kranken die Zahl der Attacken verringern muss. Sind diese Ziele erreicht, kann die Therapie am Selbstwertgefühl, an der Körperwahrnehmung und möglichen ursächlichen Problemen für die Krankheit arbeiten.