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Verzicht auf Fleisch

Manche lieben es, andere verabscheuen es: Für den Menschen spielte Fleisch seit jeher eine besondere Rolle bei der Ernährung. Was für die einen Kraft und Vergnügen darstellt, verbinden andere mit Gewalt, Leiden, Umweltauswirkungen oder auch Gesundheitsrisiken.
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©Shutterstock / Brent Hofacker
 

Von den Fleischessern zu den Veganern

Als ein Symbol für körperliche Kraft war Fleisch jahrhundertelang besonders in der westlichen Welt ein Mittel, sozialen Status zu zeigen. Nur die höheren Gesellschaftsschichten konnten sich Fleisch leisten. Auch wenn es heutzutage durch die Industrialisierung der Nahrungsmittel erschwinglicher ist, bleibt Fleisch aus traditioneller Freilandaufzucht ein Luxus. Die Fleischfarbe stand symbolisch für die Stärke des Tieres, das überwältigt werden musste. Rotes Fleisch erinnert an Blut und Gewalt; es durfte nur in Massen verzehrt werden. Leichter verdauliches weisses Fleisch, das für Kindheit und Unschuld stand, konnte öfter verzehrt werden.

Leiden und Tötung eines Tieres waren den Essern nie gleichgültig. Des Schuldgefühls konnten sie sich nur entledigen, indem sie das Schlachten Fachleuten überliessen und somit die Verbindung von Fleisch und lebendigem Tier lösten. Auch wird das Fleisch so geschnitten, dass kein Fleischstück mehr an das Tier erinnert. Zudem erhält es einen anderen Namen als der Körperteil des Tieres, von dem es stammt (Flank Steak für den Bauchlappen und Gigot oder Schinken für den Schenkel).

Im Lauf der letzten Jahrzehnte ist der Fleischverbrauch angestiegen. Als Reaktion darauf entstanden Vegetarier- und Veganerbewegungen. Während erstere den Verzehr von Fleisch und/oder Fisch verweigern, schliessen letztere zusätzlich auch jegliches Produkt tierischen Ursprungs aus. Sie verzehren weder Milchprodukte noch Eier oder Honig und verweigern sogar Gänsefedern, Wolle oder Leder. In der Tat gab es schon immer Gegner der Verwertung tierischen Lebens und seiner Produkte. Diese Bewegungen berufen sich meist auf spirituelle, gesundheitliche, ökologische oder ethische Argumente. Im Verzicht auf Fleisch sehen manche, wie zum Beispiel die Brahmanen in Indien, eine Annäherung an das Göttliche. Auch die Krisen der Nahrungsmittelproduktion seit den 1970er Jahren (Salmonellose oder BSE-Krise) sowie der Zusammenhang von übermässigem Verzehr von rotem Fleisch mit Krebsrisiken haben den Vegetarismus gefördert. Die Klimaerwärmung bewog ebenfalls ökologiebewusste Bewegungen, die energieintensive Fleischproduktion zu senken oder ganz aufzugeben. Unter den Vegetariern essen manche weder Fleisch noch Fisch, weil sie Tiere und Menschen für gleichwertig erachten und deshalb gegen Leiden und Tötung von Tieren sind. Andere vertreten die Meinung, dass Fleischkonsum zu Gewaltbereitschaft anregt und lehnen ihn deshalb ab. Veganer dagegen begründen ihren Verzicht auf jegliches Produkt tierischen Ursprungs mit der Ablehnung der Ausbeutung von Tieren durch Menschen und fordern die Gleichstellung von Tier und Mensch. Während die vegetarische Ernährung aus ökologischen und gesundheitlichen Gründen von zahlreichen Ländern und der Weltgesundheitsorganisation beworben wird, ist die vegane Ernährung in gewisser Hinsicht umstritten. Manche Experten befürchten dadurch einen Mangel an Vitaminen und Mineralien, die nur in tierischen Proteinen enthalten sind (Vitamin B12, Zink, Eisen). Andere sehen das jedoch weniger eng und meinen, dass dieser Mangel durch eine vielseitige Ernährung und eine zusätzliche Einnahme von Vitamin B12 verhindert werden kann.