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Die Erdmandel

Die Erdmandel ist ein Wurzelgemüse, das bereits seit der Antike bekannt ist und sich weltweit verbreitet hat. In Europa wird diese mehrjährige, wenig robuste Pflanze vor allem in der spanischen Region Valencia angebaut. Die Spanier stellen daraus das Horchata de chufa, ein Erfrischungsgetränk mit Mandelgeschmack, her.
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© Shutterstock / Luis Molinero

Die Erdmandel - von der beliebten Wurzel der Antike zum Unkraut

Ägyptische Sarkophage enthüllen, dass die Erdmandel bereits seit 2400 v.u.Z. angebaut wurde: Die dicken Pyramidenwände haben nämlich die Knollen vor dem Verfall geschützt. Später wurde sie im gesamten Mittelmeerraum angebaut. Die Erdmandel wird in der antiken Literatur sowie im 17. Jh. erwähnt. Ebenso war sie im 19. Jh. in Grossbritannien nachweislich ein beliebtes Nahrungsmittel, wo man sie nach dem südafrikanischen Zulu-Volk Zulu Nuts nannte.

Die Erdmandel kam 1845 in die USA. Heute wird die Knolle, deren Anbau seit Beginn des 20. Jh. rückläufig ist, in Kalifornien, in Südamerika und in Spanien angebaut. In Spanien, vor allem in Horta, im Norden Valencias, beträgt der Ertrag zehn Tonnen pro Hektar. Im Übrigen wird die Erdmandel oftmals als eine besonders invasive Pflanze angesehen, die kaum auszurotten ist.

Ein Cousin des Papyrus

Die Erdmandel, Cyperus esculentus L., ist eine mehrjährige Pflanze mit einer ockerfarbenen bis braunen Knolle und weissem, leicht mehligem und süssem Fleisch. Sie schmeckt nach Mandeln; dieser Geschmack verstärkt sich beim Trocknen. Sie bevorzugt lockere sandige, frische und sehr sonnige Böden. Sie wird von Oktober bis November geerntet.

Die besten Lagerstätten für die Knollen sind Gebäude mit besonders dickem Mauerwerk oder Behälter aus Metall. Für den Erdmandelanbau zu Hause kann man junge Pflanzen im Internet bestellen.

Erdmandeln haben zahlreiche Verwendungsmöglichkeiten

Das auf Erdmandel basierende Vorzeigeprodukt ist ein pflanzliches Milchgetränk aus Spanien, dessen Geschmack zwischen dem von Mandel- und Sojamilch liegt. Es heisst „Orxata de xufa“ auf Katalanisch oder „Horchata de chufa“ auf Spanisch. Das Getränk eignet sich auch zur Eiszubereitung. Die Chufa de Valencia-Produkte weisen das AOC-Logo (kontrollierte Herkunftsbezeichnung) auf, das 100 % pflanzliche Inhaltsstoffe garantiert.

Die Erdmandel kann roh, gebraten, geröstet, getrocknet, gekocht, angefeuchtet oder zu Mehl zermahlen verzehrt werden. Die gerösteten Erdmandelsamen dienen insbesondere in Ungarn zur Kaffeeersatzherstellung. Vor allem Menschen mit Zöliakie oder Diabetes schätzen die auf Erdmandel basierenden Produkte und ihre nachgewiesenen Ernährungseigenschaften, da sie kein Gluten enthalten. Sie ist auch für Allergiker, die auf Nüsse und Mandeln reagieren, interessant. Die Knollen der Erdmandel werden zudem als Köder verwendet - vor allem beim Karpfenfang in Grossbritannien, wofür sie speziell vorbereitet werden müssen.

Der Ernährungswert von Erdmandeln

Die Erdmandel zählt zu den seltenen Pflanzen, deren Wurzeln Fette enthalten (20%). Sie besteht aus 50 % Kohlenhydraten (Saccharose und Stärke), 22 % Lipiden (darunter 12% ungesättigte Fettsäuren vom Typ Omega-6 und Omega-9), 6 bis 7 % Eiweiss, Mineralien (Phosphor, Calcium, Kalium, Magnesium, Eisen) und Ballaststoffen. Sie ist besonders reich an den Antioxydantien Vitamin E und C. Ihr Energiegehalt beträgt 460 kcal / 100 g.

Erdmandelöl gleicht mit 70% Ölsäuren vom Nährwert her Olivenöl und wird auch in der Kosmetikindustrie, Parfümerie, Pharmazie und Textilindustrie (zur Imprägnierung) verwendet.

Der legendäre Name der Horchata

Nach einer Legende geht der Name des spanischen Getränks Horchata auf Jakob I., den Eroberer, zurück. Er soll einem kleinen Mädchen, das ihm dieses Getränk bei der Eroberung von Valencia anbot, geantwortet haben: „Això és or, xata“ („Das hier ist Gold, Kleine“).