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Das Picknick

Der Begriff ‚Picknick‘ taucht erstmals im 18. Jh. auf und bezeichnet eine im Haus oder im Freien eingenommene Mahlzeit, an der man sich entweder finanziell oder mit mitgebrachten Speisen beteiligte. Im 19. Jh. tauschte die Oberschicht das Picknick gegen Garten-Partys ein, während die bürgerliche Mittelschicht in den Städten dieses Freizeitvergnügen für sich entdeckte: Es wurde - fernab der grauen Stadt - zum Synonym für Abwechslung und ‚Rückkehr zur Natur‘.
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© Getty Images / Stockbyte - Ein Familienpicknick

Eine kurze Geschichte des Picknicks

Das Essen unter freiem Himmel ist so alt wie die Menschheit selbst. Jedoch ‚picknickt‘ man erst seit dem 18. Jh. Der Begriff umschrieb damals eine gemeinsame Mahlzeit im Haus oder im Freien, zu der jeder beitrug, indem er entweder das eigene Essen oder etwas für die Allgemeinheit mitbrachte.

Unter freiem Himmel zu essen war im Industriezeitalter aufgrund der Arbeitsbedingungen für viele Menschen Alltagsnotwendigkeit, für andere hingegen ein privilegiertes Vergnügen, das ihren sozialen Status zeigte.

Im 19. Jh. verkürzte die Eisenbahn die Entfernungen von Stadt und Land, und der auf Gesundheit bedachte Zeitgeist sah in der Natur einen Ort der Erholung. Städtern, die nach Erholung suchten, wurde die Natur ein beliebtes Ausflugsziel; und das idyllische Essen unter freiem Himmel kam mehr und mehr in Mode. Während die Arbeiter im Grau der Städte ‚Brotzeit machen‘ mussten, fuhren die Bürger zum ‚Frühstück ins Grüne‘. Der Adel jedoch beobachtete diese gesellschaftliche Mode mit Argwohn und vermutete dahinter Schlendrian und Mangel an Etikette. Tatsächlich waren die Picknick-Mahlzeiten, deren Kosten man sich teilte, Gegenstand manch abfälliger Bemerkung. Der Adel bevorzugte deshalb den Lunch, Garten-Partys oder ‚Landpartien‘ und überliess das Picknick jenen Schichten, auf die er herabsah.

Die Verbreitung von Fahrrad und Automobil steigerte die Beliebtheit des Picknicks. Reiseführer kamen auf und zeigten den Weg zu Naturschönheiten und historischen Denkmälern. Das Picknick etablierte sich dabei als unabdingbarer Programmpunkt - ob allein oder in der Gruppe. Es wird so zum eigenständigen Erlebnis bei Ausflugs oder Reise, bei dem man sich eine Auszeit nimmt, um die ungewohnte Umgebung zu geniessen. Der wachsende Erfolg führte zur Herstellung spezieller Utensilien für das Essen unter freiem Himmel: Picknick-Körbe und -Koffer mit Tellern und Besteck, lange Zeit nur wohlhabenden Schichten für Reisen und Landpartien vorbehalten, wurden nun auch für kleinere Geldbeutel erschwinglich. Thermos bringt beispielsweise im Jahr 1904 eine isothermische Flasche auf den Markt, die den Genuss von Getränken ‚wie zu Hause‘ auch unterwegs komfortabel machte.