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Verzicht auf Zucker

Zucker wird für seinen Geschmack geschätzt und war bei den Menschen schon immer sehr beliebt. Während er früher selten und teuer war, ist er heute alltäglich und preiswert. Zwischen Vergnügen und Mässigung ist es nicht immer leicht, einem Berg von süssem Gebäck zu widerstehen.
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©Shutterstock / Vlue
 

Der Zuckerverbrauch unter Kontrolle?

Im Gegensatz zu anderen Geschmacksrichtungen (salzig, bitter, sauer, umami) mögen Neugeborene von Natur aus den süssen Geschmack. Er ist eine Quelle des Vergnügens und war schon immer sehr geschätzt. Bevor Zucker aus Indien bezogen werden konnte, verzehrten die Menschen in Europa stattdessen Honig und Früchte. Obwohl der Import ab dem 12. Jh. möglich war, bleibt Zucker jedoch ein seltenes und luxuriöses Gut, das, als Gewürz betrachtet, zunächst zur Verfeinerung von Gerichten genutzt und schlussendlich nur noch für die Nachspeise am Ende des Mahls verwendet wird. Zucker wird anlässlich besonderer Ereignisse und Feste verzehrt. Ihn aus Naschhaftigkeit alleine zu essen, kann als kindliches Verhalten angesehen werden. Nach der Viersäftelehre, die bis zum 18. Jh. den medizinischen Diskurs dominiert, dient er auch als Medikament zur Behandlung von Entzündungen.

Nach der Einführung des Zuckerrohrs in Amerika verbreitet sich der Zucker in Europa und sein Verbrauch steigt an. Parallel dazu erheben sich Stimmen gegen einen übermässigen, gesundheitsschädlichen Verzehr von Zucker. Manche Ärzte sprechen sogar von einer natürlichen Gefahr für die Gesundheit, die vom Zucker ausgeht. Diese Diskussionen spiegeln eine moralische Frage wider: Ist es erlaubt, Zucker zum Vergnügen zu verzehren und nicht aus Notwendigkeit? Im 20. Jh. wird der Verzehr von Zucker zur Normalität, aber die Kritik von wissenschaftlicher Seite verschärft sich. Danach wird Zucker als Ursache von Gesundheitsproblemen wie Zahnkaries, Herz-Kreislauf-Krankheiten, Fettleibigkeit und Diabetes gesehen.

Die Nahrungsmittelindustrie, die Zucker in zahlreichen Produkten (Saucen, Gewürze, Milchprodukte, Müsli, Wurstwaren usw.) verwendet, greift als Ersatz zunehmend auf natürlich (Stevia-Extrakt) oder synthetisch hergestellte, kalorienfreie Süssstoffe zurück  (Aspartam, Saccharin, Acesulfam oder Cyclamate). Allerdings vermitteln sie nicht das gleiche Geschmacksempfinden wie Zucker und können bei übermässigem Verzehr zudem Risiken für die Gesundheit bergen. Vor diesem Hintergrund empfehlen die Gesundheitsexperten eine Rückkehr zum Zuckerkonsum – wenn auch in Massen.