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Orangensaft

Orangen waren lange Zeit ein Luxusprodukt. Die Entdeckung von Vitamin C und die Werbung machten sie zum Symbol für ‚gesundes‘ Obst. In Europa und Nordamerika hat sich Orangensaft gegen frische Orangen durchgesetzt. In den letzten Jahren sind die Arbeitsbedingungen auf den grossteils brasilianischen Orangenplantagen für die Saftproduktion ins Blickfeld gerückt. Orangensaft wird meist aus brasilianischem Konzentrat hergestellt.
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© Shutterstock / Iness_la_luz - Orangenplantage in Spanien

Orangen für die Gesundheit werden mehr und mehr als Saft konsumiert.

Wie viele Obstbäume stammt der Orangenbaum aus Südostasien. Portugiesische Seefahrer brachten Süssorangen im 15. Jh. nach Europa mit und machten sie im Mittelmeerraum heimisch. Orangen waren selten und teuer, verbreiteten sich aber im 19. Jh. Trotzdem blieben sie für Kinder ärmerer Leute ein kostbares Weihnachtsgeschenk. Sie wurden zu Orangeade (Zucker, Wasser, Saft und Fruchtfleisch) gepresst - damals noch ohne Kohlensäure.

Heute ist die Orange im Handel allgegenwärtig - beliebt wegen ihres Aromas und ihrer Frische, doch stehen ihre gesundheitsfördernden Eigenschaften im Vordergrund.

Seeleute stellten im 18. Jh. fest, dass einige Tropfen Zitronen- oder Orangensaft täglich dem Skorbut vorbeugten - eine Mangelkrankheit von Menschen ohne frische Lebensmittel. Die Entdeckung des Vitamin C in den 1930er Jahren und die darauf abgestellte Werbung machten Orangen zum Symbol für Obst, das ‚gut für die Gesundheit‘ ist, auch wenn schwarze Johannisbeeren, Kiwis oder Erdbeeren mehr Vitamin C enthalten.

Nach dem Ersten Weltkrieg setzte sich der Orangensaftkonsum durch und nahm in den 1980er Jahren zulasten frischer Orangen überproportional zu. In Europa und Nordamerika hat sich das Glas Orangensaft, trinkfertig verpackt, als Klassiker auf dem Frühstückstisch durchgesetzt. Heute warnen Ernährungswissenschaftler deshalb vor der hohen Zuckerzufuhr bei exzessivem Orangensaftgenuss.

Der nicht ganz einfache Orangenanbau

Der Orangenbaum hat sich vielen Regionen angepasst, setzt aber mildes und frostfreies Klima, Sonne und Wasser voraus. Aktuell ist wichtigstes Erzeuger- und Exportland Brasilien.

Orangenanbau bleibt jedoch heikel. Seine Anfälligkeit für Krankheiten und Schädlingsattacken erklärt den oft massiven Pestizideinsatz. So überträgt seit Beginn des 21. Jhs. ein von China ausgehendes Insekt die Krankheit ‚Gelber Drache’ auf die Orangenplantagen des amerikanischen Kontinents. Sie befällt zunächst die Blätter, die gelb werden, später die Früchte; sie verdorren und fallen ab. Ein erkrankter Baum muss gefällt werden.

Orangen werden erst reif gepflückt, da sie abgetrennt nicht nachreifen. Zudem ist die Fruchtschale empfindlich gegen Stösse und Verletzungen. Deshalb wurden Orangen früher mit Seidenpapier geschützt. Heute behandelt man sie mit Fungiziden und einem Wachsüberzug; bei Temperaturen von 3 bis 8°C lassen sie sich bis zu zwölf Wochen aufbewahren.

Industriell hergestellter Orangensaft

Orangensaft vom Typ ‚reiner Fruchtsaft‘ oder ‚100% Saft‘ entsteht durch einfaches Auspressen der Orangen ohne jeglichen Zusatz. Er wird pasteurisiert und vornehmlich an Märkte nahe dem Herstellungsort geliefert.

Der in Europa konsumierte Orangensaft stammt vorwiegend aus Brasilien und basiert meist auf Saft-Konzentrat. Die geernteten Orangen werden in der Fabrik gepresst, der Saft im Wasserbad bis zum Konzentrat eingedickt, das eingefroren im Kühltransport zum Zielort geht. Dort setzt man dem Konzentrat die entzogene Flüssigkeit mengengleich wieder zu. Der Aromenverlust des Konzentrats wird vor der Abfüllung durch frischen Saft oder Aromenkonzentrat ausgeglichen.

Die frühe Ankunft des Orangenbaums in Amerika

Die ersten Orangenkerne erreichten die Neue Welt ein Jahr nach der Entdeckung der Orange, genau Ende 1493 auf Haiti während der zweiten Seereise von Christoph Kolumbus.