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Nachhaltige und integrierte Landwirtschaft

Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden integrierte und nachhaltige Landwirtschaft zwischen intensivem und biologischem Anbau. Integrierter Landbau will präventive Anbaumethoden und biologische Bekämpfungsmittel zur Verringerung von Chemie fördern. Nachhaltiger Anbau ist weniger radikal und erlaubt, chemische Präparate je nach Toleranz der Kulturen einzusetzen.
AL033-02 EISA Vision ensemble production agricole integree
CC BY-SA / EISA І European Initiative for Sustainable Development in Agriculture - Schaubild integrierter Landwirtschaftsproduktion

Das Streben nach umweltfreundlicher und gesundheitsbewusster Produktion

Umweltprobleme wie Wasserverschmutzung, Bodenerosion, sinkende Artenvielfalt etc. sowie Gesundheitsrisiken durch Intensiveinsatz von Pestiziden nach dem Zweiten Weltkrieg bewirkten, den systematischen Einsatz chemisch synthetisierter Produkte in Frage zu stellen. Ab den 1950er Jahren prägte die Insektenforschung für die biologische Schädlingsbekämpfung den Begriff der integrierten Bekämpfung. Er nutzt kombiniert chemische und biologische Mittel, um die durch den Masseneinsatz von Chemie entstehenden Kosten zu senken und Umweltschäden zu begrenzen. Die 1955 gegründete Internationale Organisation zur biologischen und integrierten Bekämpfung (OILB) entwickelte den Begriff des integrierten Schutzes. Er fördert präventive Anbaumethoden zur Reduzierung der Schädlinge und damit zur Verminderung von Bekämpfungsmitteln durch Auswahl widerstandsfähiger Pflanzen, Wechsel und Verteilung der Anbauflächen, mechanisches Jäten, Bewässerung etc.; gleichzeitig berücksichtigt er die sozioökonomischen, ökologischen und toxikologischen Anforderungen der Betriebe.

Ende der 1970er Jahre weitete die OILB den integrierten Schutz auf eine integrierte Landwirtschaft aus, um eine langfristig existenzfähige Landwirtschaft aufzubauen. Damit ist das gesamte landwirtschaftliche System mit allen Produktionsfaktoren gemeint. Die Umsetzung integrierter Methoden ist jedoch von Land zu Land aufgrund differierender Vorschriften und Auslegungen unterschiedlich. In Europa fördern einige Länder z.B. den integrierten Ansatz für die gesamte Landwirtschaft (Österreich, Portugal), während andere bestimmte Verfahren herauspicken - in Frankreich die Fruchtfolge, in Dänemark die Pufferzonen gegen Wasserverschmutzung durch Pestizide.

Nachhaltige Landwirtschaft, oft verwechselt mit integrierter Produktion, gilt als umweltfreundlicher und wirtschaftlich rentabler. Im Gegensatz zur integrierten Methode beschränkt sich nachhaltiger Anbau allerdings nicht auf biologische Anbau- und Bekämpfungsverfahren, sondern erlaubt je nach Toleranz der Kulturen auch den Einsatz chemischer Produkte. Der Begriff der nachhaltigen Landwirtschaft entstand in den 1990er Jahren in Frankreich auf Initiative der FARRE, einer Organisation von Pflanzenschutzmittelproduzenten sowie Institutionen und Gewerkschaften landwirtschaftlicher Berufe, bevor er sich in andere europäische Länder (Luxemburg, Schweden, Ungarn, Grossbritannien, Niederlande) ausbreitete.

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