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Nährwertangaben auf der Verpackung

Verbraucher können überfordert sein, wenn sie auf Verpackungen die Nährwertangaben von Lebensmitteln lesen. Wenn alle aufgenommen werden, kann das eine komplexe Liste ergeben. Um die Verbraucher zu sensibilisieren und angesichts des alarmierenden Anstiegs ernährungsbedingter Krankheiten bei ihrer Lebensmittelwahl zu leiten, wurden seit Ende des 20. Jhs. nationale Regelungen zur Lebensmittelkennzeichnung eingeführt.
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© Food and Drug Administration - Verpflichtende Darstellungsform der Nährwertkennzeichnung in den US, 2015

Der Turm zu Babel der Nährwertinformationen

Verbraucher können angesichts der Unterschiedlichkeit und Komplexität industriell verarbeiteter Lebensmittel bei verschiedenen Nährwertangaben den Überblick verlieren. Solche Kennzeichnungen waren lange Zeit nicht auf Verpackungen zu finden. Infolge eines alarmierenden Anstiegs ernährungsbedingter Krankheiten in Industrieländern gegen Ende des 20. Jhs. wurden entsprechende Kennzeichnungssysteme im Rahmen von nationalen Gesundheits-Förderprogrammen eingeführt.

Überblick über die Kennzeichnungsnormen

Der 1961 auf Initiative der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Organisation der Vereinten Nationen für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) gegründete Codex Alimentarius regelt international die Kennzeichnung abgepackter Lebensmittel. Die Nährstoffliste wird als Tabelle aufgeführt, die den Nährwert pro Gewicht und Portion angibt. Heute existieren jedoch verschiedene Kennzeichnungsmodelle nebeneinander, die aus nationalen Politikentscheidungen resultieren.

In den USA gibt die Food and Drug Administration (FDA) seit 1990 ein Regelwerk für die amerikanische Lebensmittelindustrie heraus. Es legt fest, welche Nährwerte obligat aufzulisten sind und bestimmt Typografie und Schriftgrösse für jede Verpackungsart. Diese Regelungen gelten jedoch nicht für Fleisch oder alkoholische Getränke, für die andere staatliche Einrichtungen zuständig sind.

In Japan versucht das Gesundheitsministerium die Auflistung der Nährwerte auf verarbeiteten Lebensmitteln seit 2003 voranzubringen. Die Kennzeichnung ist freiwillig, wobei die Auflistung der Kalorien, Proteine, Fette, Kohlenhydrate, von Natrium, Vitaminen und Mineralstoffen verpflichtend ist, sofern die Hersteller Nährwerte angeben. Erst 2015 soll die Auflistung in einem einheitlichen Format verpflichtend werden. Von der Kennzeichnungspflicht ausgeschlossen sind folgende sieben Lebensmittelgruppen:

- Lebensmittel, die wenig oder gar keinen Nährwert besitzen (Wasser, Gewürze);

- Zutaten, die für die Herstellung anderer Lebensmittel genutzt werden;

- Spirituosen;

- Lebensmittel, deren Verpackung für eine Kennzeichnung zu klein ist;

- Lebensmittel, deren Zusammensetzung regelmässigen Veränderungen unterworfen ist;

- Lebensmittel, die am Ort ihrer Herstellung konsumiert werden;

- Lebensmittel für Schulkantinen oder Krankenhäuser.

Die Schweiz erliess erstmals 2005 ein Gesetz zur Lebensmittelkennzeichnung, das sämtliche Aspekte einer solchen Auflistung festlegt. Die Nennung von Nährwerten erfolgt freiwillig, ausser wenn Nährwerte von Lebensmitteln entweder auf Verpackungen oder bei der Produktwerbung besonders hervorgehoben werden. Energiegehalt und die Nährwertmenge müssen angegeben werden. Schon 2002 hat das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) das Projekt einer Nährwertdatenbank auf nationaler Ebene ins Leben gerufen. Sie informiert über die Zusammensetzung von Lebensmitteln, die im Schweizer Handel erhältlich sind. Der Zugriff ist kostenlos und die regelmässig aktualisierte Datenbank kann online genutzt oder heruntergeladen werden. Mittlerweile enthält sie über 10 000 Lebensmittel, darunter Fleisch, frisches Gemüse und alkoholische Getränke.

In der Europäischen Union wird die Nährwertkennzeichnung auf Verpackungen ab 13. Dezember 2016 verpflichtend. Diese Regelung fokussiert sich auf die Verständlichkeit der Kennzeichnung und empfiehlt den Gebrauch allgemein verständlicher statt wissenschaftlicher Ausdrücke – so soll es z.B. „Salz“ statt „Natrium“ heissen.