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Geschichte des Tees

Teegenuss hat in China bereits eine sehr lange Tradition, und Tee ist zum typischen Getränk des Fernen Ostens geworden. Selbst in Europa stösst er auf grosse Begeisterung, auch wenn dies in den romanischen Ländern etwas weniger der Fall ist. Luxusobjekte entstehen speziell für den Teegenuss, und Teesalons eröffnen.
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© Getty Images / DeAgostini - Qualitätskontrolle von Tee und Verpackung vor dem Transport, anonymer Stich, 19. Jh., China

Eine altüberlieferte Tradition

Bereits in Jahrhunderte vor unserer Zeitrechnung in China entstandenen Schriften wird ein aus bitteren Pflanzen hergestelltes, dem kaiserlichen Hof vorbehaltenes Getränk erwähnt – wahrscheinlich der Tee. Bereits seit dem 2. Jh. nach unserer Zeitrechnung schätzten ihn buddhistische Mönche wegen seiner stimulierenden Eigenschaften, bauten ihn an und förderten seine Verbreitung. Einige Jahrhunderte später entwickelte sich Tee zum beliebten Getränk aller Gesellschaftsschichten. Die Kunst von Teezubereitung und Teegenuss entstand. Sie wurden Zentrum eines eigenen Rituals. Teehäuser eröffneten, die eine wichtige Rolle im sozialen Leben spielten.

Ruf und Ansehen des Getränks verbreiteten sich über die Grenzen Chinas hinaus. Tee soll bereits im 7. Jh. in Tibet und danach in Korea eingeführt worden sein. Japan wurde zur selben Zeit aufmerksam, auch wenn sich das Teetrinken hier erst im 12. Jh. allgemein verbreitete. Doch gerade die Japaner führten das Tee-Ritual zur Vollendung.

Die Europäer hörten zuerst durch Missionare aus dem Fernen Osten vom Tee. Es waren dann die Holländer, die ihn zu Beginn des 17. Jhs. als erste in ihre Heimat brachten. In ganz Europa wurde er jedoch erst Jahrzehnte später bekannt.

Die Ankunft des Tees in Europa

Die Menschen schätzten die wohltuenden, medizinischen Eigenschaften von Tee und seine Fremdartigkeit je nach Kultur verschieden. Die romanischen Länder standen ihm eher reserviert gegenüber. Aus dem Fernen Osten kommend, passte Tee dort im 18. Jh. perfekt zur Vorliebe für „Chinoiserien“ (Objekte mit chinesischen oder von China inspirierten Ornamenten). Als Symbol für Extravaganz zog er vor allem die Aristokratie sowie die privilegierten Klassen an. Später sprachen die Damen des wohlhabenden Bürgertums dem eleganten und raffinierten Getränk zu. Der Rest der Bevölkerung hielt Tee eher für versnobt, so dass er dort als medizinisches Getränk nur eine Randerscheinung blieb.

Holländer und Deutsche hingegen nahmen ihn sofort an. In England rief Tee echte Leidenschaft hervor und setzte sich durch. Schliesslich erlag Russland seinem Charme, und der Samowar wurde zum Mittelpunkt eines jeden Haushalts.

Als der Tee nach Europa kam, entwickelten sich fast überall spezielle Arten von Teezubereitung und Teegenuss. Anfangs galt es als exotisch, ihn aus chinesischen Porzellantassen zu trinken, die zusammen mit dem Tee auf Schiffen importiert wurden. Später stellten auch die Europäer Teeservice und sogar Luxusobjekte rund um dieses Getränk her. Von Ludwig XIV hiess es, er lasse sich seinen Tee in einer goldenen Kanne zubereiten.

In der zweiten Hälfte des 19. Jhs. trat der Brauch des Nachmittagstees, wie er in England üblich war, seinen Siegeszug durch ganz Europa an. In allen Grossstädten eröffneten Teesalons, die auch Frauen besuchen konnten - ins Café zu gehen war für sie nämlich nicht schicklich.

Schwarzer Tee

Europa trinkt lange Zeit nur schwarzen Tee - in erster Linie aus China, dann aus Indien und Ceylon. Besonders beliebt sind der mit Bergamotte aromatisierte Earl Grey und Jasmin-Tee. Im Gegensatz zur orientalischen Tradition - und auch wenn das Aroma verfälscht wird – geben die Europäer Zucker und einen Schuss Milch hinzu.

Eine Legende

Kaiser Shen Nong, ein Förderer von Landwirtschaft und Medizin, soll Tee 2373 v.u.Z. in China bei der Suche nach Arzneipflanzen entdeckt haben. Eines Tages ruhte er sich krank unter einem Baum aus und kochte, wie es üblich war, für seinen Durst Wasser ab. Einige Blätter fielen vom Baum in die Tasse. Durch das bittere, aber aromatische Getränk fühlte er sich sofort besser: Der Tee mit seiner heilenden Wirkung war entdeckt.