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Fischfangmethoden

Die Fangtechniken hängen von der zu fangenden Fischart ab. Über die Zeiten haben sie sich wenig verändert, wobei traditionelle Verfahren neben industriellen Fischfangmethoden zum Einsatz kommen. Das Material (Netz, Falle und Angel, die universell einsetzbar sind) entwickelte sich dem technischen Fortschritt entsprechend weiter. Gleichzeitig fischen Menschen in nichtindustrialisierten Regionen immer noch mit vor Ort vorhandenen Ressourcen und Know-how.
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© Shutterstock / Chanwit Whanset - Netzfischerei

Fischfangmethoden in der Praxis

Es gibt zahllose traditionelle und industrielle Fischfangmethoden, die von der jeweils zu fangenden Fischart abhängen. Bei der Hobby- wie in der Gewerbe-Fischerei werden die Fangutensilien entweder aktiv eingesetzt, um den Fisch zu jagen (‚Gewehr‘, Ringwadennetz, Treibnetz), oder passiv, indem man den Fang mit dem Gerät abwartet (Falle, Angel, Netz). Mit dem Ringwadennetz lassen sich grosse Fischmengen fangen – z.B. ganze Schwärme auf hoher See. Bestimmte Arten müssen wegen ihrer Grösse oder ihres Lebensraums einzeln gefischt werden. Auch wenn sich die Ausrüstung im Lauf der Geschichte weiterentwickelt hat, sind die Fangmethoden oft dieselben geblieben.

Das Sardinenfischen etwa, seit der Antike beliebt, hat sich kaum verändert. Zwei Arten von Netzen kommen dabei zum Einsatz: Kiemennetze, in denen sich die Fische mit ihren Kiemen verfangen, und Ringwadennetze, die den Schwarm umstellen und die Fische so in die Falle locken. Letztere haben den Vorteil des Lebendfanges. Die Fische werden anschliessend mit Keschern, eine Art Fangnetz an Bord gezogen. Diese Methode ist im industriellen Fischfang für internationale Märkte ebenso üblich wie in der traditionellen Fischerei, die die Bevölkerung in den Fischerorten ernährt.

Eine andere Methode ist das Schleppnetzfischen. Dabei zieht das Schiff ein Netz in Trichterform, das alle in den Weg schwimmenden Fische einfängt. Das pelagische Schleppnetz fängt Fischarten wie Thunfisch, Makrelen und Sardellen im offenen Meer, während das Grundschleppnetz für nahe dem Meeresgrund lebende Arten wie Kabeljau, Wittling oder Schellfisch angewendet wird.

Die Krakenfischerei nutzt den Instinkt des Kopffüsslers, sich in den Spalten des Meeresbodens zu verstecken. Keramikkrüge oder kleine Plastikfässer ohne Deckel werden in regelmässigen Abständen an einem Seil befestigt und ins Wasser gelassen. Die Gefässe dienen als Falle und werden nach einigen Tagen an Bord gezogen. Die Fallen für Aale folgen demselben Prinzip.

Ob in den arktischen Regionen oder im Genfer See: Der Saibling wird mit Angel und Köder gefangen. In der Schweiz wird dazu die Hegene benutzt, während die Inuit im Hohen Norden ein poliertes Stück Walrosszahn verwenden.

Andere Methoden setzen auf ein Zusammenspiel von Mensch und Tier. Die Chinesen fischen z.B. mithilfe dressierter Kormorane: sie schnüren ihnen den Hals kurz über dem Rumpf ein, damit sie ihre Beute nicht herunterschlingen können. Als echte ‚Unterwasser-Raketen‘ erbeuten diese Vögel ziemlich grosse Fische und tragen zu Ernährung und Wohlstand eines Dorfes bei.

Gefischt wird mit Angeln, Spiessen oder Gewehren, um den Nahrungsbedarf zu decken oder um Sport zu treiben. Letzteres unterliegt den Vorschriften zum Schutz der Gewässerfauna.

Hochseeangeln ist reglementiert, um eine Überfischung und damit die Erschöpfung der Ressourcen und das Aussterben der Fischarten zu verhindern. So überwachen die zuständigen Behörden genau die Anzahl der Tage, die verwendete Ausrüstung (Schiffsart, Motorstärke, die Grösse der Netze und der Schlaufen) sowie die erlaubten Fangquoten. Jedoch bieten solche Regelungen keine langfristige Lösung, um das Ungleichgewicht der Meeresökosysteme zu beseitigen Denn sie regeln nicht den Beifang, also die zufällig gefangenen, verbotenen oder kommerziell ‚uninteressanten‘ Fischarten. Die meisten dieser Fische sind bereits tot, bevor sie ins Meer zurückgeworfen werden oder verenden wenig später.