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Fasten im Ramadan

Das im Jahre 624 in Medina eingeführte Ramadan-Fasten gedenkt der ersten Offenbarung des Propheten Mohammed, die er im neunten Monat des Mondjahres empfangen habe. Es ist eine Zeit der Freude und Grosszügigkeit, in der jeder Einzelne sich für Bedürftige einsetzt, vor allem aber die Bindung zur Religionsgemeinschaft stärkt. Der gläubige Muslim hält sich an Gebet, strenge Abstinenz tagsüber und das Ritual des Fastenbrechens bei Sonnenuntergang.
Ramadan – quatrième – pilier
© Shutterstock - Prometheus72Gläubige warten auf das Iftar-Essen während des Ramadan nahe der Eyüp-Sultan-Moschee in Istanbul, Türkei, 2011

Feiern, Gemeinschaft und Teilen

Neben dem Gebet bestimmen strenge Vorschriften zur Beherrschung körperlicher Bedürfnisse und Vergnügen den Fastenalltag eines gläubigen Muslims. Von morgens bis abends muss er auf Essen, Trinken, Geschlechtsverkehr und andere Freuden verzichten. Mit Sonnenuntergang unterbricht er das Fasten durch eine erste, ausgewogene und fleischlose Mahlzeit. Kurz vor Sonnenaufgang nimmt er eine zweite Mahlzeit zu sich. Obwohl der Ramadan für jeden erwachsenen und im Besitz seiner geistigen Kräfte befindlichen Muslim verpflichtend ist, gibt es doch bestimmte Ausnahmen. Z.B. zeigt sich der Koran verständnisvoll gegenüber dem Gläubigen: „Wer also da ist von euch in diesem Monat, der möge ihn durchfasten; ebenso viele andere Tage aber, wer krank oder auf Reisen ist. Allah wünscht euch erleichtert. Er wünscht euch nicht beschwert, und dass ihr die Zahl (der Tage) erfüllen und Allah preisen möget dafür, dass Er euch richtig geführt hat“ (Koran, II, 185). Der gläubige Muslim kann also einen anderen Zeitpunkt im Jahr auswählen, solange er das Fasten nach den Regeln und an einem Stück durchführt. Das vorsätzliche vorzeitige Beenden des Fastens, Auslassen von Tagen oder einer Regel hat ein zusätzliches Fasten von zwei Monaten für jeden verpassten Tag zur Folge. Dieses Sühne-Fasten kann durch eine Geld- oder Essensspende für Bedürftige ersetzt werden, was auch vom Fasten befreite Personen betrifft - z.B. chronisch Kranke oder Schwangere, die durch Fasten ihr Leben in Gefahr bringen würden. Dieser Akt der Grossherzigkeit Bedürftigen gegenüber steht zwar nicht im Sanktionsregister, entspringt aber der Sensibilisierung für ein gemeinschaftliches Leben. Der Ramadan als Monat individueller Entbehrung ist zugleich ein Fest, wie auch eine Zeit der Solidarität und des Teilens (z.B. von Essen) über familiäre und religiöse Grenzen hinaus. Der individuelle Glaubensakt verbindet sich mit dem Wunsch nach sozialer Gerechtigkeit.

Im Rhythmus der Gebete

Drei Dekaden (Zeitraum von zehn Tagen) gliedern den Monat und die Gebetsrichtung des Gläubigen: in der ersten Dekade erbittet er den Segen Allahs, in der zweiten zeigt er Reue und ersucht um Vergebung, und in der dritten bittet er um Schutz vor dem Höllenfeuer. Der Ramadan erreicht seinen Höhepunkt in einer der ungeraden Nächte der letzten Dekade: Das ist die „Nacht der Bestimmung” (Laylat-al-Qadr), eine Nacht, die nach der heiligen Schrift „tausenden Monaten gleichkommt”. Sie erinnert an die erste Offenbarung des Koran an Mohammed. So wie der Koran dem Propheten offenbart wurde, so offenbaren sich dem Gläubigen, der intensiv betet und das Fasten einhält, in einer Nacht der letzten Dekade die „Nacht der Bestimmung” und die „grosse Wohltat”, die sie schenkt. Der Ramadan endet am ersten Tag des Folgemonats mit dem Fest des Fastenbrechens, dem „Kleinen Fest”.

Verschiedene Fastenarten

Der Islam kennt verschiedene Arten des Fastens (Siyam): Das Sühne-Fasten behebt einen begangenen Fehler, es kann eine unerfüllte religiöse Pflicht ersetzen oder auch freiwillig im Rahmen der Askese geschehen. Das Fasten während des Ramadans unterscheidet sich von diesen Formen, denn es zählt zu den fünf Säulen des Islam. Es ist Zeichen der Ehrerbietung gegenüber Gott (Allah) und erhält dadurch einen heiligen, obligatorischen und festlichen Charakter.