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Brennnessel

Brennnesseln gelten ungeachtet ihrer wertvollen Eigenschaften als hartnäckiges Unkraut; ihre seit alters bekannten Vorzüge liegen im Gehalt an Vitamin-C, Proteinen und Mineralien. Ihr Chlorophyll dient als Lebensmittelfarbe, das Blatt zur Konservierung bei der Käseherstellung. Kompost und Jauche ergeben natürlichen Dünger.
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© Shutterstock / Ivan Mateev

Eine zu Unrecht in Verruf geratene Pflanze

Die Brennnessel gehört mit anderen Wildkräutern seit der Zeit der Jäger und Sammler bis heute wegen ihrer guten Eigenschaften zum Nahrungsbestand. Schon die Steinzeitmenschen flochten die Fasern zu Schnüren und Seilen, antike Mediziner stillten mit Saft und Blättern Blutungen. Die amerikanischen Ureinwohner assen gekochte Brennnesseln im Frühjahr als Notmahlzeit, wenn die Nahrung knapp wurde. In Grossbritannien schätzten die Käsehersteller sie als natürliches Konservierungsmittel. Der Cornish Yarg, ein noch heute produzierter Käse nach Rezepten aus dem 13. Jh., wird vor dem Reifen in Brennnesselblätter eingewickelt.

Heute finden sich Brennnesseln dank ihres Nährwerts vermehrt in der allgemeinen Ernährung wieder. Sie enthalten mehr Vitamin C als Orangen und sind reich an Eisen, Kalzium, Magnesium und Eiweissen – mehr noch als Soja. Das macht sie interessant für Vegetarier wie Veganer, die auf Fleisch und/oder Milch verzichten.

Brennnesselsuppe und -jauche

Die leicht erkennbare Brennnessel lässt sich nach Bedarf ganzjährig ernten. Wegen der Brennhaare helfen Handschuhe beim Pflücken , um Hautschwellungen zu vermeiden. Durch Wässern, Trocknen, Kneten oder Walzen verlieren sie ihre Brennwirkung. Verzehrt wird sie roh als Salat oder zu Suppe verkocht. Ausser zum Essen werden Brennnesseln dank des hohen Chlorophyllanteils auch als natürlicher Lebensmittelfarbstoff verwendet.

Weiters dienen sie als Tierfutter, zur Chlorphyllgewinnung und als Substrat für nährstoffreiche Brennnesseljauche, die Landwirte und Gärtner als natürlichen Dünger, zur Pflanzenimmunisierung und gegen Schädlinge einsetzen.

Die Grosse (Urtica dioica) und die Kleine Brennnessel (Urtica urens)

In Europa gedeihen die Grosse Brennnessel (Urtica dioica, mehrjährig, bis 3 m) und die Kleine Brennnessel (Urtica urens, einjährig, bis 60 cm). Sie besiedeln anspruchslos jedes Habitat - deshalb der Ruf als Unkraut -, wobei sie hohen Stickstoffgehalt des Bodens anzeigen. Verbreitungs- und Überdauerungsorgan ist ein unterirdisches Rhizom (= horizontale Sprossachse), aus dem mehrere Pflanzen in regelmässigen Abständen aufwachsen. Während der Blütezeit von Juni bis September ist sie mit kleinen weissen Blüten geschmückt.

Die zu den Urticaceae zählenden Pflanzen bestehen aus einem dunkelgrünen Stängel sowie spitz zulaufenden ovalen und gezähnten Blättern, die mit hohlen giftgefüllten Brennhaaren (kieselsäureverstärkte Röhren) zum Schutz gegen Fressfeinde besetzt sind. Bei Berührung brechen sie in der Haut des Opfers ab und spritzen einen Wirkstoffcocktail aus Ameisensäure, Histaminen usw. in die Wunde, der eine Verätzung auslöst.