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Pfui Teufel oder mmh, lecker?
04
Mai
2020
Olivier Mottaz

Wo sind Ihre Grenzen in Sachen Ernährung?

Manche Leute sagen ganz klar: „Ich esse alles!“ Andere dagegen sind eher heikel. Und wie steht es mit Ihnen? Haben Sie öfter oder kaum eine Abneigung gegen ein Nahrungsmittel? Mit diesem unterhaltsamen Test ohne wissenschaftlichen Anspruch finden Sie heraus, ob Sie ein totaler Allesesser sind oder ob Ihre Nahrungsauswahl auf eine Briefmarke passt.

1. Am Ende des Essens fällt Ihr Tischnachbar über die Käseplatte her und schneidet sich ein Stück überreifen Camembert ab. Wie reagieren Sie?

a) Sie bitten ihn auch um ein Stück. Allein beim Duft läuft Ihnen das Wasser im Mund zusammen.

b) Sie setzen sich um unter dem Vorwand, dass Sie von der Zugluft kalte Füsse bekommen. Dieser Stallgeruch verdirbt Ihnen die Lust aufs Dessert.

c) Sie schauen nicht hin und schneiden sich unbeeindruckt ein Stück Gruyère ab. Käse an sich ist ok, aber ein Camembert, der einen fast umhaut… man kann alles übertreiben.

d) Ihnen wird ganz übel und Sie verbringen den Rest des Abends mit der Toilettenschüssel.
 

2. Ihre Tochter ist eine eingeschworene Umweltaktivistin, verzichtet jedoch nicht ganz auf tierisches Eiweiss. Ihre Tochter lädt Sie zu einem Aperitif auf Basis von Insekten ein:

a) Sie nehmen die Einladung widerwillig an, haben sich jedoch mit Sophrologie-Sitzungen vorbereitet in der Hoffnung, so Ihre Abneigung zu überwinden.

b) Sie stehen den ganzen Abend in der Nähe der Cookies aus Grillenmehl. Insekten sind an sich ok, aber nur, wenn sie im Endprodukt nicht mehr sichtbar sind.

c) Sie knabbern genussvoll an den gebratenen Würmern und Heuschrecken. Mmmh... stimmt, sie schmecken ein bisschen nach Nuss...

d) Sie enterben Ihre Tochter und wenden sich der Salami zu. Warum nicht gleich Fliegen schlucken oder an Tausendfüsslern lutschen, wo wir schon dabei sind?!? Igitt!
 

3. Sie laden Ihre Arbeitskollegen zu einem Halloween-Buffet ein. Als Clou des Menüs denken Sie an...

a) Rinderzunge. Es ist, als würde einem der Teller die Zunge rausstrecken – köstlich.

b) Lammhirn. Lacher und Witze à la  Hannibal Lecter garantiert!

c) Ikizukuri, ein filetierter Fisch als Sashimi serviert... und noch zuckt. The Walking Dead für Fischesser – ein toller Fang!

d) Schokoladekuchen in Totenkopfform. Ein Schuss ins Schwarze.
 

4. Sie sind in einem Restaurant irgendwo in Asien. Wegen ihrer Übersetzungsapp haben Sie Balut, ein angebrütetes statt ein Dreiminuten-Ei bestellt.

a) Sie rufen einen Anwalt an und beschliessen, den App-Entwickler zu verklagen. Der in der Schale gekochte beschert Ihnen lange Zeit Alpträume.

b) Sie fühlen sich wie der Magellan oder Mike Horn der kulinarischen Expedition: Neues probieren? Gefahr? Mutbeweis? Toll, dann nichts wie zu Tisch!

c) Sie werden blass, dann grün, dann blau und schliesslich rot und gerade bevor die Regenbogenmacher Sie wegen Urheberrechtsverletzung verklagen, probieren Sie doch ein wenig vom Eiweiss, obwohl alles in Ihnen rebelliert.

d) Etwas neugierig, aber mit mulmigem Gefühl nehmen Sie ein Stück vom Küken, um die befremdende Zubereitung zu versuchen. Sie reden sich ein, dass es eine Auster mit ganz weichen Knochen sei, geben jedoch nach ein paar Bissen auf.
 

5. In rasendem Verlangen nach Joghurt nehmen Sie sich eines aus dem Kühlschrank. Doch blöd: Das Verfallsdatum auf dem Deckel ist seit gut neun Tagen abgelaufen.

a) Sie verputzen den Joghurt mit Heisshunger. Gar nicht mal so schlecht für Industrieerdbeeren! Das Datum ist doch wurscht...

b) Sie sind misstrauisch und schauen nach, ob der Deckel sich wölbt. Dann riechen Sie am Inhalt, bevor Sie die Oberfläche mit den Augen auf Schimmelpilze absuchen. Sie essen anschliessend die Hälfte des Bechers mit der Löffelspitze und nach leichter Übelkeit belassen Sie es dabei.

c) Sie denken sich, dass die Sache nach neun Tage reichlich Zeit hatte, sich in eine bakteriologische Waffe zu entwickeln. Also: sofortige Entsorgung. Vorsicht ist besser als Nachsicht!

d) Sie ärgern sich über sich selbst und schwören, den Kühlschrankinhalt in Zukunft besser im Auge zu haben. Trotzdem geniessen Sie den Joghurt, allerdings mit gemischten Gefühlen und bereit, einen zu sauren Geschmack sofort zu erschmecken.
 

6. Ihre Cousine, ein Fan der Null-Abfall-Küche, lädt Sie zu einem ungewöhnlichen Menü ein: Zucchinischalen-Muffins, Nudeln mit Pesto aus Karotten- und Radieschengrün und Smoothie aus alten Früchten.

a) Warum die Zutaten nicht gleich aus dem Abfalleimer holen? Nein, echt! Sie lehnen die Einladung unter dem Vorwand ab, dass Sie zum Schwimm- oder Yogakurs müssen.

b) Verunsichert haken Sie bei Ihrer Cousine nach: Sind denn die Zucchini, Karotten und Radieschen wirklich bio? Und das Obst: alt... aber wie alt? Überreif oder vergammelt? Da die Antworten beruhigend ausfallen, essen Sie von Ihrem Teller ‒ aber mit grosser Vorsicht und mässigem Appetit.

c) Sie beissen mutig in die Muffins, die keine ungewöhnliche Konsistenz haben. Dann geben Sie Pesto auf die Nudeln, wobei sie mit Nostalgie an Omas Bolognese denken, und trinken danach den Smoothie, während Sie über die Kunst des Recyclings reflektieren.

d) Sie loben die Initiative und greifen herzhaft zu. Alles in allem ist das recht raffiniert und... lecker! Am Ende drängen Sie Ihre Cousine, Ihnen die Rezepte zu geben.
 

7. In einem Restaurant im Ausland:

a) Sie geraten in Panik, wenn die Karte nicht zumindest in Englisch vorliegt.

b) Sie bitten den Kellner, Ihnen ein typisches lokales Gericht zu empfehlen.

c) Sie entscheiden sich für eine gute alte Pizza, einen Burger oder ein anderes internationales Gericht.

d) Sie wählen ein Gericht, das sich lecker anhört, ohne zu wissen, was es ist.
 

8. Ihre schlimmste kulinarische Kindheitserinnerung:

a) Wenn Ihnen Ihr Vater einen Teller mit Kutteln vorsetzte, sein Lieblingsgericht, empfanden Sie einen Hass auf Innereien und waren überzeugt, dass Sie adoptiert wurden.

b) Es sind so viele, dass Sie nicht mehr alle behalten haben: Tomaten als Salat, Sosse oder gefüllt, Rosenkohl, Schinken mit dicken Fettstreifen, Haferschleim, Brokkoli, Nieren, Fleisch-Eintopf, Fische mit Gräten usw.

c) Das zu hart gebratene Pferdesteak von Tante Gertrud, das sich gut als Verkleidung für Armeepanzer geeignet hätte. Und überhaupt, Pferde essen, also wirklich...

d) Egal, wie intensiv Sie nachdenken, Ihnen fällt wirklich kein Essenstrauma ein.
 

9. Ihr Flugzeug stürzt in den Alpen ab. Die Passagiere überlebten, aber die Rettung kommt nicht. Wochen vergehen, und der Hunger wird unerträglich. Einer Ihrer Leidensgenossen stirbt. Was machen Sie mit der Leiche?

a) Sie vergraben sie mit blossen Händen im Schnee, und singen dazu Psalmen.

b) Sie essen sie, natürlich.

c) Zusammen mit den anderen Überlebenden beschliessen Sie... noch einige Tage zu warten, bevor kannibalistische Akte in Betracht kommen. Also bis kurz vor dem Hungertod.

d) Nach einer heftigen Debatte sind sich alle einig, jetzt eine Wade und einen Oberschenkel zu verzehren. Und dabei bleibt es, zumindest vorerst.
 

10. Ihre Schwiegereltern sind Sarden. Sie versprechen Ihnen, bei Ihrem nächsten Besuch auf der Insel, Casu Marzu zu servieren. Was das ist? Nach einer kurzen Suche im Internet...

a) ...kontaktieren Sie sofort einen Scheidungsanwalt. So lange Sie leben, essen Sie niemals diesen fauligen Käse voller Maden.

b) ...sind Sie entsetzt und sagen Ihren Schwiegereltern, dass Ihr nächster Trip nach Sardinien kaum vor 2032 stattfinden wird. Die Flugtickets sind ja horrend teuer, die Kinder sind für eine solche Reise noch zu klein und überhaupt...

c) ...nehmen Sie es als persönliche Herausforderung. Glauben die echt, dass Sie vor diesem ekelhaften Initiationsritus kneifen? Die sollen sehen, aus welchem Holz Sie geschnitzt sind!

d) ...fragen Sie ihre Frau, die ihnen verschmitzt lächelnd beteuert, dass die Sache rasch vobei ist. Beim Einschlafen sagen Sie sich, dass eine Menge Brot und Wein helfen, ein oder zwei Bissen der schrecklichen Käsespezialität hinunterzuwürgen…

Ergebnisse

Mit der folgenden Tabelle ermitteln Sie Ihre Gesamtpunktzahl:

a)

b)

c)

d)

Frage 1

4

2

3

1

Frage 2

2

3

4

1

Frage 3

2

3

4

1

Frage 4

1

4

2

3

Frage 5

4

2

1

3

Frage 6

1

2

3

4

Frage 7

1

3

2

4

Frage 8

3

1

2

4

Frage 9

1

4

2

3

Frage 10

1

2

4

3

10 bis 16 Punkte

Na, geben Sie es zu: Sie sind ganz schön schwierig bei Tisch! Bestimmt haben Sie als Kind Ihre Eltern des Öfteren auf die Palme gebracht... Ausser Nudeln mit Ketchup oder Pommes mit Hähnchen haben Sie nicht viel mehr auf Ihrem Teller geduldet. Und es ist merkwürdig: Ihre Geschmackspalette hat sich auch im Erwachsenenalter nicht erweitert. Sie halten sich an wenige sichere, altbewährte Rezepte und frische Produkten und schliessen Improvisationen aus. Völlig sinnlos, Ihnen Mimolette („Ein Käse, dessen Rinde mit Staubmilben übersät ist? Sonst noch was?") oder Austern („Etwas Lebendiges essen? Sind Sie verrückt?") schmackhaft zu machen. Ihr schlimmster Alptraum? Zu jemandem eingeladen zu werden, der Ihre launischen Essgewohnheiten nicht kennt, oder im Urlaub in der Fremde im Restaurant zu essen. Was der Bauer nicht kennt, isst er nicht. Sind Sie Landwirt?

17 bis 23 Punkte

Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Das ist wohl Ihre Devise. Als Kind waren Sie beim Essen sehr wählerisch – wie sich Ihre Mutter ausdrückte, um nicht zu sagen, dass Sie ihr auf die Nerven gingen... Mit zunehmendem Alter haben Sie zwar viele Abneigungen behalten, doch auch das Spektrum der akzeptierten Nahrungsmittel ausgebaut. Gut, jedes neue seltsame Gericht, jeder üppigere Geschmack und jede schwammige Textur lässt Sie wie ein Windows Benutzer auf ein neues Update reagieren: Sie suchen nach möglichen Fehlern und lassen es lieber bleiben. Aber Sie haben sich doch auch ein wenig getraut beim Essen: Jemand hat gesehen, wie Sie in einem Restaurant Schnecken bestellten, und es wird gemunkelt, dass Sie nicht immer auf das Mindesthaltbarkeitsdatum achten. Also manchmal lassen auch Sie sich in Versuchung führen…

24 bis 30 Punkte

Ihre Beziehung zum Essen ist ziemlich entspannt. Als Kind waren Sie sicher kein Fan von Brokkoli und Blutwurst, aber es war nicht so, dass Sie sich auf dem Boden wälzten und um Atem rangen, wenn diese Speisen sich auf Ihren Teller verirrten. Sie waren schon immer ein Allesesser. Sie wechseln locker von veganer Fusionskost zu Mürbteiggebäck aus Heuschreckenmehl. Mit Ruhe und vernünftiger Neugierde sind Sie auch offen für exotische Küchen, ohne deswegen gleich in Extreme zu verfallen: Bei Schafsaugensaft oder in Natronlauge gegorenem Fisch (Lutefisk) steigen Sie dann doch aus! Obwohl... wenn der eingelegte Fisch nach dem Natronlaugenbad gut gespült und mit schmackhaftem Schinkenspeck, einer würzigen Mousse oder einem guten Pinot Gris serviert würde, könnten Sie sich sogar für dieses Abenteuer erwärmen...

31 Punkte und mehr

Sie sind wirklich kulinarische Avantgarde und lassen sich von nichts abschrecken! Neues ängstigt Sie nicht, und Sie haben einen starken Magen. Als Kind gehörten Sie zu denen, die Würmer assen, um Freunde zu beeindrucken. Und mit zunehmendem Alter wuchs Ihre Neugierde. Ein Gericht, das Sie noch nicht kennen? Eine originelle Art zu kochen? Ein in Ihrer Gegend unbekanntes Nahrungsmittel? Sie sind jedenfalls dabei! Insekten verspeisen, sich an edlen Schimmelpilzen delektieren, Null-Abfall auf den Teller zaubern....für Sie kein Problem. In kulinarischer Hinsicht schliesst Ihre Komfortzone die ganze Welt ein ‒ und geht noch darüber hinaus. Käme ein Ausserirdischer von Proxima Centauri und forderte Sie auf, eine seiner Spezialitäten zu probieren, könnten Sie nicht widerstehen – selbst wenn über dem Gericht leichter Verwesungsgeruch läge. Wetten?

Olivier Mottaz

Alimentarium

Mit einem neugierigen Temperament versehen, war Olivier Mottaz nach und nach Autor von Texten für eine erotische Telefonlinie, machte Vorhersagen für die PMU (Pferdewetten), unterrichtete und forschte in Kunstgeschichte, war Produktionsleiter beim Verlag Slatkine und Redaktor einer Plattform für Freizeitgestaltung. Er gründete im Jahre 2013 den Verlag Stentor. Seit 2017 ist er verantwortlicher Redakteur des eMagazines im Alimentarium.

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