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Nahrungsmitteltransport

Der internationale Handel hat sich in den letzten Jahrzehnten stark entwickelt. Nahrungsmittel legen dank leistungsfähigerer Transportmittel Tausende von Kilometern zurück. Allerdings führt dies zu Umweltkosten, die in ‚Food Miles‘ gemessen werden (Menge des CO2-Ausstosses pro Kilometer und Tonne Nahrungsmittel). Hinzu kommt, dass nicht allein die Transportwege für die Emission von Treibhausgasen relevant sind. Auch Anbau, Lagerung und Verarbeitung wirken sich aus.
Transport Cargo Conteneur AL022-15
© Shutterstock / LovePHY - Containerschiff

Effiziente Transporte

Nahrungsmittel wurden schon immer transportiert, um weit vom Produktionsort entfernt verkauft zu werden - besonders, wenn sie nicht lokal hergestellt werden konnten. Transportmittel und Konservierung haben den internationalen Nahrungsmittelhandel in früherer Zeit allerdings begrenzt. Erst seit einigen Jahrzehnten weitet er sich aus. Getreide, Früchte, Gemüse, Fleisch und Milch durchqueren Land und Meer mit immer sichereren und effizienteren Transportmitteln. Die Wahl des jeweiligen Transportmittels hängt von verschiedenen Bedingungen wie Kosten, Entfernung und Produkteigenschaften ab.

Zu Land wird bevorzugt auf der Strasse oder – bei grossen Entfernungen – auf der Schiene transportiert. Zwischen Kontinenten reisen begrenzt haltbare Nahrungsmittel wie Spargel oder Mangos mit dem Flugzeug. Besonders der preisgünstige Seehandel mit speziellen Frachtmöglichkeiten in Kühl- oder Containerschiffen wächst an Bedeutung. Die Logistik von Nahrungsmitteltransporten ist komplex. Produktions-, Verpackungs- und Vertriebsbedingungen verlängern den Weg. Zuletzt erledigt der Verbraucher den Einkauf automobil, so dass die Lieferung von fernher ihren ökologischen Preis hat.

Umstrittene Kilometer

Transport Avion Cargo AL022-15
© Shutterstock / mariakraynova - Frachtflugzeug


Um den Umwelteinfluss von Transporten zu beurteilen, wird mit „Food Miles“ die CO2-Menge berechnet, die ein Nahrungsmitteltransport pro Tonne und Kilometer verursacht. Das Schiff gilt als Frachtmittel mit dem niedrigsten CO2-Ausstoss: 15 bis 30 Gramm pro Tonne und Kilometer. Dem folgen Bahn, PKW und schliesslich Lastwagen. Das Flugzeug belastet mit 570 bis 1580 Gramm Ausstoss pro Tonne/Kilometer die Umwelt am höchsten.

Der Verbraucher kann sich über den ökologischen Preis des Nahrungsmitteltransports informieren und fragen, ob es vernünftig ist, ausser der Saison Produkte vom anderen Weltende zu kaufen. Allerdings gestaltet sich die Frage nicht ganz einfach. Der CO2-Ausstoss beim Transport ist nur ein Teil der CO2-Gesamtbilanz, die den Ausstoss von Treibhausgasen während Produktion, Vertrieb und Verzehr erfasst.

Denn auch die für Anbau, Lagerung und Verarbeitung aufgewendete Energie ist ins Kalkül einzubeziehen. So verbraucht die vierwöchige Reise eines frischen Apfels, der im April mit dem Containerschiff aus Neuseeland kommt, weniger Energie als die monatelange Lagerung eines lokal produzierten Apfels in der Kühlkammer. Mit dem Lastwagen aus Spanien gelieferte Erdbeeren belasten das Klima weniger als dieselbe Menge lokal im beheizten Treibhaus gezogene Erdbeeren.

Produktwahl nach umweltfreundlichen Gesichtspunkten ist nicht immer einfach; ökologisch gesehen gelten lokal produzierte Nahrungsmittel nicht von vornherein als vorteilhafter.