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Das islamische Opferfest

Das Opferfest (arabisch: Id al-Adha) gilt als wichtigster Feiertag für Muslime, mit dem sie den Abschluss der Pilgerfahrt nach Mekka (Hadsch) feierlich begehen. Es ist ein Fest des Teilens und der Weitergabe kulinarischen Wissens von einer Generation zur anderen.
Aïd-el-Kébir – Grande – Fête
CC -  Ibrahim ist bereit, seinen Sohn zu opfern, Buchmalerei aus Hadikat as Suada, Türkei, 16.-17.Jh. 

Das Opfertier

Das Schaf ist das beim Opferfest geopferte Tier. Dieser Brauch geht zurück auf ein Ereignis im Leben des Ibrahim, der während einer göttlichen Prüfung bereit war, seinen einzigen Sohn Ismaël zu opfern. Gott entsandte im letzten Moment den Engel Gabriel, um das Kind durch ein Schaf zu ersetzen. Auf dieses Ereignis beziehen sich alle drei monotheistischen Religionen (Christentum, Judentum und Islam). Das Schaf symbolisiert den Akt der Grossmut Gottes (Allahs) und steht zugleich für Ibrahims Sohn.

Das während des Opferfestes zur Schlachtung vorgesehene Tier nimmt einen wichtigen Platz im Leben der Familie ein, die es opfern wird: Sie gibt ihm einen Namen, füttert es mit Speiseresten, geht mit ihm spazieren und verwöhnt es. Da dieses Opfer nicht zu den fünf Säulen des Islam zählt, ist es nicht obligatorisch. Nach folgender muslimischer Redensart ist es ein Akt der Fürsorge und Nächstenliebe gegenüber anderen: „Von all dem Lammfleisch ist nur das verschenkte von Gewinn: Das gegessene Fleisch wird hinuntergeschluckt; das Fleisch, das verschenkt wurde, bringt Nutzen“ (Brisebarre, 2007).

Tradition und gemeinsames Essen

Die Tradition gebietet, dass der Familienvater das Schaf beim Opferfest rituell schlachtet. Sobald das Tier nach den islamischen Regeln (halal) geschlachtet wurde, wird es zubereitet und unter den Gästen aufgeteilt. Der Verzehr der verschiedenen Körperteile des Tieres unterliegt einer exakten Reihenfolge. Noch am Tag der Schlachtung werden Fleischspiesse aus Leber und von Fettnetz umhüllter Lunge gekocht und anschliessend gegrillt. Am zweiten Tag zerlegt man den restlichen Körper des Tieres. Der Kopf – das traditionsreichste Gericht - wird oft am Spiess serviert. Im Maghreb gibt es nach alter Tradition eine nach Geschlechtern getrennte Aufgabenverteilung bei der Speisevorbereitung: Die Männer grillen draussen auf Kohlebecken und die Frauen kochen im Haus in der Küche. In Frankreich verbietet die Gesetzgebung den Verzehr von Innereien (z.B. Milz) sowie von Kopf und Rückenmark. Zudem wenden sich jüngere Mitglieder aus Migrantenfamilien mehr und mehr von dieser Art der Speisen ab, da sie – an westliches Essen gewöhnt - ihnen nicht mehr schmecken.

Das Opferfest ist eine Zeit der Gemeinsamkeit, des Teilens und Spendens; ein Drittel des Fleisches wird Armen und Bettlern geschenkt.