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Workshop Waffeln und Kompott
06
September
2017
Katell Bosser
Das Alimentarium begrüsste die Schüler der 5. und 6. Klasse zu einer Aktivität der Cleven-Stiftung im Rahmen des Programms „fit4future“.

Wie 800 weitere Einrichtungen in der Schweiz, die kostenlos am Projekt fit4future teilnehmen, hatte eine Schule aus La Brévine sich bei der Cleven-Stiftung beworben, um die Teilnahme an einem der Kochworkshops des Alimentarium zu gewinnen. Seit 2005 wirbt fit4future mit einem dreisprachigen Programm, das in allen Schweizer Kantonen aktiv ist, für Gesundheitsförderung bei Kindern, um deren Lebensstil dauerhaft positiv zu beeinflussen. In der Schweiz nehmen mehr als 150 000 Grundschüler, Eltern und Lehrer kostenlos am Projekt teil. Hier die Eindrücke von Rémi*, der beim Workshop im Alimentarium dabei war.
 

Selbst Hand anlegen

Die Animateurinnen Fabienne und Cécile begrüssten uns in der Halle und fragten, welche der beiden Klassen die bravere sei. Da das wir waren, haben wir sofort mit dem Kochen angefangen. Klasse! Wir haben Gruppen gebildet und uns als Allererstes gründlich die Hände gewaschen. Dann haben wir uns die roten Kochschürzen angezogen − sie werden wie eine Schwimmweste zugebunden: Man macht den Knoten vorne. Das Menü heute: Waffeln mit Kompott aus frischem Obst. Fabienne sagte uns, dass es eine geheime Zutat gibt... aber pssst! Das ist wirklich ein Geheimnis.

Cécile hat uns Eigelb in einem kleinen Glas gebracht, das sah aus wie Orangensaft. Wir haben es mit Zucker verquirlt − schaumig schlagen heisst das. Denn das Gemisch bildete nach kurzer Zeit tatsächlich weisslichen Schaum. Dann haben wir zerlassene Butter, Milch und ein paar Tropfen Zitronensaft dazugegeben.

Anschliessend erklärte uns Fabienne, was trockene Zutaten sind: Mehl, Backpulver und Vanillezucker. Die haben wir vermischt, danach alles zusammen in den flüssigen Teig gegeben und dann alles gut verrührt, damit es keine Klumpen gibt.

Backen mit der „Katzenzunge“

Fabienne zeigte uns ihr geheimes Gewürz. Es hatte ganz kleine runde Blätter. Wir haben alle daran gerochen. Der Geruch erinnert an Zitrone, doch ich kenne es nicht. Mélanie* sagte: „Das ist Zitronenthymian, meine Mama verwendet ihn für Tee.“ Wir haben einige Blätter in den Teig gegeben.

Während sich die Waffeleisen aufheizten, haben wir das geschlagene Eiweiss mit einem Spachtel, der im Französischen „Katzenzunge“ genannt wird, untergehoben. Die Schöpfkelle, die Fabienne vorbereitet hatte, nahm genau die richtige Menge für eine Waffel auf. Kinderleicht! Jeder hat Teig eingefüllt, dann haben wir rückwärts gezählt und alle die Geräte gleichzeitig zugemacht. Die Backzeit betrug fünf Minuten. Wir haben die Zeit auf der Küchenuhr abgelesen. Während des Backens bereiteten wir das Kompott vor.


 

Erst einmal waren die Erdbeeren mit einem kleinen Messer zu entstielen, dann längs in zwei Hälften zu teilen, wobei wir mit den Fingern einen kleinen Tunnel bildeten, um uns nicht zu verletzen. Und schliesslich haben wir sie in kleine Würfel geschnitten.


 

Doch jetzt schnell! Es ist höchste Zeit, die Waffel muss aus dem Eisen geholt werden, wobei wir aufpassen, uns nicht zu verbrennen. Oh! Bei einer Gruppe blieb die Waffel am Deckel kleben. Sie glaubten, dass sie verschwunden sei! Wir füllten neuen Teig ein, um eine zweite Runde Waffeln zu backen.


 

Dann haben wir kleine Apfelwürfel geschnitten. Cécile hat das kleingeschnittene Obst mit etwas Wasser und einem Löffel Zucker in einen Topf gegeben. Oh! Schon war es Zeit, die zweite Waffel-Ladung herauszuholen. Blieb noch genug Teig für eine weitere Waffel? Nur noch eine einzige, das wäre einfach super. Mit der „Katzenzunge“ konnten wir dafür genug Teig aus der Schüssel kratzen.


 

Während das Kompott fertigkochte, beschrifteten wir eine Schachtel mit unserem Namen, in der wir die Waffeln mitnehmen konnten. „Und wenn ich ‚Mama‘ draufschreibe? Es ist doch bald Muttertag.“ „Ah nein, das geht nicht“, sagt die Lehrerin. „Wenn das alle machen, wissen wir nicht mehr, wem welche Schachtel gehört, schliesslich haben wir alle eine Mama.“            

In der Küche geht es heiss zu und her

Plötzlich fingen die Eisen zu qualmen an, und die letzten Waffeln waren fertig. Schnell schnell! In der Küche ging es heiss zu und her! Zum Glück waren Cécile, Fabienne und die Lehrerin da, um uns zu helfen. Cécile hat heimlich ihre magische Zutat ins Erdbeerkompott gegeben: Ein klein wenig Balsamico-Essig − aber pssst! Auch das ist ein Geheimnis!

Während wir aufräumten, erklärte uns Fabienne, dass Waffeln ein sehr altes Rezept sind und dass sogar schon die Wikinger welche gebacken haben. Das weiss man, weil man ihre Waffeleisen gefunden hat. Sie fügte noch hinzu, dass man den Geschmack des Waffelteigs variieren kann – etwa mit Zimt. Es gibt noch anderes Gebäck, das man auf die gleiche Art herstellt – wie z.B. Bricelets. Ah, die kenne ich! Die habe ich schon bei meiner Omi probiert!

Fabienne hat gesagt, dass die Vertiefungen der Waffeln den Wabenzellen eines Bienenstocks ähneln, doch ich war nicht ihrer Meinung. Unsere Geometrielehrerin hat uns erklärt, dass es im Bienenstock Sechsecke sind und keine Quadrate.

Und dann waren wir fertig! Also sind wir spielen gegangen, und die andere Klasse war mit Kochen an der Reihe. 

Abends ging jeder mit seiner Waffelschachtel nach Hause. Wir waren ganz schön stolz! Im Zug, der uns nach La Brévine zurückbrachte, begleiteten uns die Erinnerungen und die aromatischen Düfte.

Die Workshops im Alimentarium

Die Workshops im Alimentarium stehen Gruppen das ganze Jahr über offen. Sieben Animateure leiten sie im Wechsel. Die Menüs für Klassen sind dem jeweiligen Alter der Kinder angepasst. Oft helfen die Lehrkräfte, besonders, wenn die Kinder jünger als 6 Jahre und noch weniger selbständig sind. Das Alimentarium heisst Gruppen auch zu Geburtstagsfeiern oder Eltern-Kind-Workshops willkommen. So können Waffeln und Kompott aus saisonalem Obst auch beim Workshop „Komm, sei mein Gast“1 zubereitet werden, bei dem eine Begleitperson und ein Kind gemeinsam kochen. Findet ein Workshop vormittags statt, bereiten die Gruppen ein Mittagessen zu.

* Fiktive Vornamen
1. Als Ort des Lernens und des Austauschs bietet Ihnen das Alimentarium täglich Kochworkshops und Kochkurse rund um Essen und Ernährung. Schauen Sie sich das Angebot an und treffen Sie ihre Wahl!
Katell Bosser
Lausanne, Switzerland

Katell Bosser gründete 2009 K etc – L’agence de rédaction. Mit ihrem Team erstellt sie redaktionelle Inhalte für Unternehmen. Von unstillbarer Neugier getrieben, sammelt sie Diplome und Funktionen wie andere Urlaubssouvenirs. Sie hat nicht nur einen Abschluss in Kommunikationswissenschaften und ist PR-Expertin, sondern betreibt auch Permakultur, führt ein Restaurant, ist Krankenschwester, Ausbilderin, Mentorin und Mutter. Ihre derzeitige Passion? Die Veränderung von Lernformen durch die digitale Revolution.

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