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Über uns
Schmackhafte Entdeckungen
Ratatouille shooting
14
Mai
2014
Amanda Hart
Geräucherte Rosmarin-Nüsse, Spinat-Salat an Preiselbeer-Sauce, ein Ratatouille mit geröstetem Gemüse, zum Schluss ein Walnuss-Tiramisu: Das Festessen ist das grosse Finale eines Kochbuchprojekts.
©Tara Sgroi

Aus einem kleinen Projekt von zwei Freundinnen – ich wollte kochen und Tara wollte Fotos machen – ist etwas geworden, was ich nie zu träumen gewagt hätte. Ich habe keine Kochschule besucht, schreibe keinen Blog übers Essen und habe auch nie in einem Restaurant gearbeitet, aber - warum nicht ein Kochbuch herausbringen? Seit meiner Kindheit schreibe ich Kochrezepte und gebe sie an alle, die ich kenne, weiter. So war der Gedanke, ein Kochbuch zu schreiben, eigentlich ganz naheliegend.
 
Nachdem ich in nur drei Tagen 50 von meinen Rezepten gekocht hatte, wurde uns klar, dass für das Kochbuch etwas fehlte – Menschen! Kochen ist für mich nicht nur eine kreative Ausdrucksform, es geht dabei auch um die Verbindung und das gemeinsame Erleben mit anderen Menschen (nicht umsonst heisst es: Liebe geht durch den Magen!). Für uns stand fest, was jetzt zu tun war: meine engsten Freunde einladen, ein tolles Festmahl kochen und auf das Leben anstossen. Und Tara würde alles genau fotografieren.

Das Essen fand an einem idyllischen Septemberabend statt, in einem abgeschiedenen Landgarten in Kansas. Zusammen mit einem endlosen Himmel und üppigem Grün bot er die perfekte Kulisse, um meine Freunde zum Essen zusammenzubringen. Inmitten von Umarmungen und Lachen wurden alle an einem Tisch mit kleinen Tellern begrüsst: Weisse-Bohnen-Palmkohl-Bruschetta, geräucherte Rosmarinnüsse, Tempeh-Speck-Minihamburger mit Avocado und mit Ziegenkäse gefüllte Datteln mit Pistazien. Bei Sonnenuntergang setzten wir uns an einen reich gedeckten Picknicktisch und begannen mit dem ersten Gang: Spinatsalat mit geröstetem Kürbis, Blumenkohl, Kürbiskernen und Cranberry-Balsamico-Dressing.

Es gibt wohl heute kaum einen Koch, den frisches Obst und Gemüse aus lokalem Anbau nicht inspiriert, und ich bin da absolut keine Ausnahme. Wenn mir partout kein neues Rezept einfallen will, schlendere ich über den Markt und warte auf den Aha-Moment. Manchmal sehe ich eine leckere Pflaume oder einen unglaublich kurzlebigen Patissonkürbis, und die Ideen fangen nur so an zu sprudeln. In Kansas gibt es Anfang September noch jede Menge Tomaten, Paprika, Auberginen, Kürbisse und Kräuter im Garten ... und vielleicht können Sie sich schon denken, worauf es hinausläuft: Ratatouille! Allerdings nicht die typische, matschige Ratatouille. Hier gibt es folgenden Trick: Die pikante Ratatouille wird in Geschmack und Konsistenz perfekt, wenn man das Gemüse röstet, bevor es in der Tomaten-Wein-Reduktion gekocht wird. Für mehr Gehalt füge ich knusprige Linsenklösschen hinzu und serviere sie dann auf Safran-Spargel-Orzo. Das gibt eine schmackhafte und befriedigende Mahlzeit, die trotzdem nicht übermässig schwer ist.
 
Das grosse Finale unserer Kansas-Extravaganza war das Ahorn-Tiramisu mit Kaffee, Alkohol und Schokolade – denn nicht umsonst heisst tiramisù auf Italienisch „Zieh mich hoch“! Ich habe es in tragbaren Einweckgläsern angerichtet, die sich gut lagern und servieren lassen. Tiramisu schmeckt umso besser, je länger es durchziehen kann.
 
Als fast lebenslange Vegetarierin kenne ich verschiedene Diätbeschränkungen und weiss, wie schwer sie manchmal einzuhalten sind. Ich selbst lebe nicht völlig vegan oder glutenfrei, aber trotzdem versuche ich immer auch für die, die sich so ernähren, etwas anzubieten. Mein Kochstil ist sehr vielfältig und entdeckerisch, und ich verwende nur frische Ware und exotische Gewürze aus aller Welt (daher der Titel meines Kochbuchs, Roaming Fork – Wandernde Gabel). Ich finde es auch spannend, ein leckeres Gericht durch gesündere Zutaten noch besser zu machen – zum Beispiel, indem ich Ahornsirup oder püriertes Gemüse statt Sahne und Butter verwende. Am meisten Spass macht es mir aber, wenn ich Leute dazu bringen kann, etwas Neues auszuprobieren. Wie viele Tofu-Hasser habe ich schon konvertiert! Kansas ist besonders fleischorientiert. Im Laufe der Jahre bin ich oft auf Skepsis gestossen, bis ich die Leute zu einem ersten zögerlichen Bissen überreden konnte.

 

Tischszenen. Mit dem Kürbis-Spinat-Salat, der gerösteten Ratatouille und dem Ahornsirup-Tiramisu kam auch viel Lachen auf den Tisch. Wir genossen jeden Bissen, während langsam eine dunkle, sternenfunkelnde Nacht über uns hereinfiel. 

Amanda Hart

Fotografin, Autorin

www.roaminghart.com

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